Samstag, 3. Dezember 2016

(un)verzeihbar

Keiner von uns ist ohne Sünde. So etwas in der Art sagte ich erst heute
einer guten Freundin. Wir alle haben Dreck unter den Nägeln. Leichen im Keller.
& genug zum fegen vor der eigenen Haustür. Keiner von uns ist ohne Sünde.
Ich habe Sätze über meine Lippen gebracht, die ich bereue. Sehr.
Du hast etwas getan - wovon du wusstest, dass es einen Anderen verletzen würde.
Ihr habt Jemandem Unrecht getan. Wir alle haben gelogen, abgewägt und
doch zuerst an uns selbst gedacht. Denn keiner von uns ist ohne Sünde.

& neben all dem Egoismus auf der Welt - meinem eignem Egoismus.
Meinen Willen stets das Gute in jedem Menschen zu sehen und daran festzuhalten,
dass wir alle stets nur aus der Überzeugung handeln das Richtige zu tun - etwas tun.
Neben all dem - stelle ich mir manchmal die Frage was geschehen müsste.
Was genau müsste ein Mensch tun, damit ich ihm nicht mehr verzeihe.
Keine zweite oder dritte Chance. Kein gut gemeintes Wort mehr.
Null Sympathie. Kein Mitleid. Kein Verständnis. Nichts. Nichts von alle dem.
Was müsste geschehen - um vergessen zu lassen, dass keiner von uns perfekt ist.
Keiner ohne Sünde. Keiner ohne schlechte Gedanken.
Keiner ohne egoistische Taten.

Keiner von uns ist ohne Sünde - wie könnte ich es mir also anmaßen
jemand anders nicht zu verzeihen? Wo doch auch ich hoffe,
dass man mir verzeiht - immer wieder. Jedes mal aufs Neue.
Ganz einfach, weil ich nicht ohne Sünde bin.

Doch wie sieht Verzeihen eigentlich aus?
Die Angst vor erneuter Enttäuschung kann so lähmend sein.
Nicht zu wissen was der Gegenüber denkt und in Wirklichkeit plant.
Unsere eignen Gedanken wegen denen wir letztendlich beleidigt sind.
Neben all dem was uns im Weg steht - woher sollen wir da wissen wie das geht?
Wie das so wirklich gehen soll? Verzeihen - ganz rein und ohne Hintergedanken.
Ein paar liebe Worte. Eine wirklich gut gemeinte Umarmung. Eine Widergutmachung.
Doch kann das gehen? Kann das funktioneren?
Kann uns der Andere dazu bringen, dass wir ihm wirklich verzeihen?
Oder können das nur wir selbst? 

Ist es nicht so, dass es prinzipiell ganz egal ist was uns widerfährt?
Welche Worte es sind - die uns an den Kopf geworfen werden.
Welche Taten es sind die wir mit ansehen müssen.
Was uns selbst angetan wird.
Leid - soweit das Auge reicht. Schmerz - bis das Gefühl langsam nachlässt.
Ist es nicht so, dass es prinzipiell ganz egal ist was uns widerfährt?
& wieso ich das sage? Weil ich eins habe. Eine tiefe Überzeugung.
Es liegt bei uns.
Ganz egal - was uns oder den Menschen die wir so sehr lieben zustößt
 - gewollt oder nicht -
wir selbst - wir selbst entscheiden wie wir damit umgehen.
Mit dem Schmerz, mit der Enttäuschung, mit all den Gefühlen.
Wir selbst entscheiden, ob und in welchem Rahmen dies unser zukünftiges
Leben prägt. Wie sehr es uns beeinflusst.

Keiner von uns ist ohne Sünde. So etwas in der Art sagte ich erst heute
einer guten Freundin. Wir alle haben Dreck unter den Nägeln. Leichen im Keller.
& genug zum fegen vor der eigenen Haustür. Keiner von uns ist ohne Sünde.
Ich habe Sätze über meine Lippen gebracht, die ich bereue. Sehr.
Du hast etwas getan - wovon du wusstest, dass es einen Anderen verletzen würde.
Ihr habt Jemandem Unrecht getan. Wir alle haben gelogen, abgewägt und
doch zuerst an uns selbst gedacht. Denn keiner von uns ist ohne Sünde.

& wenn es doch nunmal so ist, dass keiner von uns ohne Sünde ist -
ja, es ist so - wieso verurteilen wir dann?
Keine harmlose Lästerei - nein Verurteilung.
Ein Urteil fällen und es nicht mehr aufheben.
Auf weg - verurteilt.

Gibt es denn wirklich soviel?
Soviel was /un)verzeihbar ist?

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