Donnerstag, 9. Juni 2016

Ich bin dankbar

& eine Sache hat mir geholfen. Ein paar Worte. Ein paar Worte von dir. Mein Vorbild. Jeder hat sowas. Jemanden zu dem man aufsehen kann. Mit dem man vielleicht nicht immer einer Meinung ist - aber der einen in seinen Bann zieht. Einfach so. & ja du hast mir schon so oft geholfen. Deine Worte - deine Ausstrahlung. & ja dank dir sehe ich, dass ich leben kann / darf / kann. Durch dich sehe ich nach vorne. Du motivierst - ziehst mich mit. Mein Vorbild.

& mal wieder hast du mir geholfen. Hast mir diese Gedanken in den Kopf gesetzt. Man kann sich nicht aussuchen was einem passiert - man kann nicht alles beeinflussen. Aber es gibt eine Sache, die man sich immer aussuchen kann - worauf man immer Einfluss hat. Auf die eigene Haltung. Man kann sich immer aussuchen wie man reagiert. Wie man mit Situationen umgeht. Mit den guten und jenen die einen die Tränen in die Augen treiben.

Ich bin dankbar.

Ich bin dankbar - für meine Gesundheit. Trotz dessen mein Imunsystem mich öfters im Stich lässt und ich bereits oft im Krankenhaus lag ist mein Körper gesund. Ich verspüre keine chronischen Schmerzen - ich bin jedesmal aufs neue geheilt worden. Ich kann laufen. Ich kann mit meinen Händen greifen. Ich kann selbstständig atmen. Ich kann ohne fremde Hilfe essen. Mich alleine anziehen. Ich kann sehen auch wenn mir meine Brille einen gewissen HD Moment beschert so sehe ich doch alles klar und deutlich. Ich kann hören und bin fähig all meine Gedanken in Worte zu fassen.

Ich bin dankbar für meine Schwester. & ja, das weiß jeder. Die einziege Liebe um die ich nie drum herum reden würde. Ich bin dankbar für den wertvollsten Menschen auf dieser Erde. & nein, ich finde keine Worte für dich. Einfach weil du zu besonders bist. Einfach, weil ich dich nie aufgeben würde. Einfach, weil du dein Herz am rechten Fleck hast. Ich bin dankbar für meine Schwester - dankbar dafür, dass wir uns die Vergangenheit nicht nachtragen. Dankbar dafür, dass wir immer was zu lachen haben. Dafür, dass ich ihr alles sagen kann. Dafür, dass sie stark für mich ist - wenn ich es mal wieder nicht schaffe, Dafür, dass ich neben ihr ich sein kann - so sehr wie bei niemandem sonst. Ich bin dankbar für meine Schwester - das beste was mein Leben zu bieten hat.

Ich bin dankbar - für meine Familie. Und bevor sich all jene von euch die mich wirklich kennen jetzt fragen was da los ist - kleine Erklärung. Ich rede hier von niemanden der durch Gene oder Blut mit mir verbunden sein sollte. Ich rede von euch. Von dir dir und dir. Von meinen Freunden. Von der Familie die ich mir selbst augesucht habe. Und ja ich weiß das klingt wie ein Klischee - doch ihr wisst, dass ich all das hier auch so meine. Ihr wisst, dass ihr alle etwas ganz besonderes für mich seid. Ihr wisst, dass ich genau jetzt Tränen in den Augen habe - einfach weil das Wort Freunde nicht im geringsten beschreibt was ihr im Grunde für mich seid. Meine Weggefährten, meine Leidensgenossen, meine Motivator, meine größten Kritiker, die die mich wieder nach oben ziehen, die für die ich alles tun und alles sein würde. Ich bin mehr als dankbar euch meine Freunde nennen zu dürfen.

Ich bin dankbar - für all diese Erinnerungen. Für jeden Gedankenfetzen der nicht mehr aus meinem Kopf verschwindet. Für all diese Gespräche für die es sich zu leben lohnt. Für jedes mal weinen vor lachen - in genau diesen Momenten die für immer unvergessen sein werden.

Ich bin dankbar - dafür, dass ich das Glück hatte die beste Ausbildung der Welt zu absolvieren. Nicht etwa wegen des Berufes - nein - sondern wegen ihr - wegen einer Mentorin. Einer Lehrerin - einer für mich ganz besonderen Frau. Ich bin unsagbar dankbar dafür sie kennengelernt zu haben. Denn ohne Sie wäre ich nicht der Mensch der ich heute bin - ohne Sie wäre ich noch immer eine graue Maus. Ohne Sie hätte ich nie ausgesprochen was solange unausgesprochen war. Ohne Sie wäre ich eingegangen. Ohne Sie hätte ich nie den Mut gefunden.

Ich bin dankbar - für meinen Ehemann. Und ja auch wenn wir nicht mehr zusammen sind. Wenn wir nun jeder unseren eignen Weg gehen - bin ich dankbar für die Zeit in der du ein Teil meines Lebens warst. Bin dankbar für jede Nacht in der du mit mir wachgeblieben bist. Bin dankbar für jeden Tag an dem du mich nicht losgelassen hast. Mich im Arm gehalten hast - jedesmal wenn meine Beine nachgegeben haben und ich zu Boden gesunken bin. Ich bin dankbar für all die Therapiestunden zu dennen du mich begleitet hast. Ich bin dankbar dafür, dass du immer etwas mehr in mir gesehen hast. Bin dankbar dafür, dass du all das mit ausgehalten hast. Bin dankbar dafür, dass du im Stande warst mich zu lieben - trotz all diesen Macken.

Ich bin dankbar - für meine Umschulung. Ich weiß das dieser Gang nicht selbstverständlich ist. Ich weiß, dass alles unfassbar glatt gelaufen ist. Gesprächstherapie, Traumatherapie, Reha sofort genehmigt - Umschulung finanziert bekommen. Ich weiß, dass viele andere nicht dieses Glück haben. Das viele im System untergehen, dass ihnen nicht geholfen wird.

Ich bin dankbar - für meinen Job. Einfach weil er mich bereichert. Mich ausfüllt - mir soviel gibt. Weil ich viel dankbarer bin als die Menschen denen ich helfe. Weil sie mir so unfassbar viel geben - ganz ohne, dass es ihre Absicht ist. Ich bin dankbar für meinen Job. Für diese Chance ganz einfach weil die Chefetage von all dem hier weiß. Von meiner Krankheit, meinen Selbstzweifeln - alles halt. Es aktzeptiert und hinnimmt. Mich fördert und machen lässt. Mir zeigt, dass ich sehr wohl kann wenn ich will. Mir halt und Unterstützung bietet.

ICH BIN DANKBAR.

Dankbar für dieses außergewöhnliche Leben.

Sonntag, 5. Juni 2016

Ich mach mich selber krank

Hallo Frau König
Sie leiden an Depressionen.
Sie leiden an Panikattacken.
Sie leiden an Anpassungsstörungen.
Hier ihre Medikamente - die brauchen sie jetzt.

Nicht ganz so - & doch im Grunde war es so. Mir ging es so schlecht - so lange. Viele Stunden, Tage, Monate und ja sogar Jahre. Trotzdessen ich den Schein immer gewahrt habe. Immer gelacht habe - es zurückgehalten habe. Keiner sollte etwas sehen. Keiner hat etwas gesehen. Trotzdessen ging es mir immer schlecht. Jede Stunde. Jeden Tag, Jeden Monat und ja all diese Jahre.
All diese Jahre in denen ich nicht verstand was mit mir nicht stimmt. All diese Jahre in denen ich meine Kindheit verdrängt habe. Sie vergessen habe. In all dieser Zeit - wo ich all die Angst, Trauer, Unsicherheit und Wut nicht zuordnen konnte. Einfach weil mein Kopf es mich hatte vergessen lassen. Selbstschutz.

Wenn Menschen etwas nicht verstehen, etwas nicht nachvollziehen können - einfach weil sie es nicht spüren - es nicht erlebt haben / nie erleben mussten - dann geben sie diesen Dingen einen Namen. Geben ihnen einen Namen - um mitreden zu können. Vielleicht damit sie es verstehen können - vielleicht damit sie urteilen können und vielleicht wegen etwas ganz anderem.

Nicht ganz so wie oben beschrieben erging es mir. Etwas stimmte nicht mir. Das war mir bewusst. Das habe ich immer gewusst. Gespürt. & doch war es ein Schock. Auch nach all den Therapien, jeder Stunde - die Besuche bei der Selbsthilfegruppe - hätte ich nicht damit gerechnet. Hätte niemals gedacht, dass es so um micht steht. Das andere meine Situation so einschätzen.

Und rückblickend kann ich euch eins sagen - mit absoluter Sicherheit. Sie hatten unrecht!

Heute ist mir das klar - ich zweifle nicht an all ihren fachkundigen Worten - den Analysen, den Protokollen unzähliger Gesprächstherapien, den psychologischen Gutachten - aber ich zweifle daran, dass es so kommen musste. Ich zweifle daran.. und ich bin überzeugt davon, dass wenn es unausgesprochen gebleiben wäre.. heute alles anders wäre. Was ich damit meine? Hätte mir nie jemand gesagt wie es mir geht - wäre es mir nicht so ergangen. So schlecht. Ich hätte nicht jede freie Minute daran verschwendet über all das nachzudenken. Daran zu denken was alles verkehrt läuft. Was mit mir nicht stimmt. Denn eins kann ich mit Sicherheit sagen - all die Therapien und auch die Klinik haben mir nicht geholfen - die Klinik vielleicht, anders - aber im Grunde nicht. Es hat mir nichts gebracht - nichts als Schmerz und Kummer. Selbstzweifel und immer mehr Hass - Hass gegen mich selber. Denn mit jedem Gespräch verstand ich mich weniger. "Was denken sie wieso das so ist" & verdammt nochmal ich weiß es heute - es ist wegen euch. Wegen all diesen Menschen die mir sagen wollten was nicht ok ist. Wieso ich nicht ok bin - so wie ich bin. Wieso ich krank bin - wieso ich krank sein muss. Heute weiß ich - ich habe mich selber krank gemacht.

Denn ich selbst war all die Jahre mein größter Feind. Habe mir nach jedem Sonnenstrahl wieder selbst ein Bein gestellt - denn so wurde es mir gesagt - mir müsste es ja schlecht gehen. Mit etwas anderem habe ich nicht mehr gerechnet. Habe mich einfach damit abgefunden. Ich war immer mein Feind - all die Jahre - habe alles was mich im Spiegel ansah gehasst - zutiefst. Jedes Wort das aus meinem Mund kam - jede Tat - einfach alles. Also tat ich was man von mir erwartete ich schaufelte mir meine eigene Grube - drückte mich in sie hinein - und blieb liegen. Ich hab mir selbst Angst gemacht - mir immer wieder gesagt, dass ich liegen bleiben müsste - denn ich bin ja krank. Ich habe mich selbst krank gemacht - habe einfach auf das aufgebaut was Therapeuten mir sagten. & nein, all diese Menschen trifft keine Schuld - das weiß ich - denn ich selbst bin mein größter Feind. Ich selbst habe mir gesagt, dass es jetzt so sein muss... Doch anstatt jedesmal über die Vergangenheit und über das was ich nicht mehr ändern kann zu sprechen - hätten wir einmal ansprechen sollen was zählt - wie ich es schaffe zu gewinnen - gegen mich.

Denn darauf kommt es an. Vielleicht ist es nicht wichtig der Gewinner zu sein. Vielleicht ist es nicht wichtig mehr sonnige als bewölkte Tage zu erleben - aber mit sich selbst im reinen zu sein - als Basis um dieses Leben - DEIN LEBEN - zu lieben und zu schätzen ´darauf kommt es an. Das ist wichtig. 

Samstag, 4. Juni 2016

Ich will nie wieder weinen - nicht wegen ihm.

Depressionen. Panikattacken und Anpassungsstörungen. Über 4 Jahre Therapie. Keine Besserung. Deswegen habe ich diesen Blog gegründet. Um aufzuräumen. Um reinen Tisch zu machen. Um zu leben. Endlich. Für mich.
& ich habe über vieles geschrieben - über vieles nachgedacht - soviele Stunden investiert - vieles offenbart. Meine Diagnosen, Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen, Panikattacken, Anpassungsstörungen, meine Gefühle und Gedanken, den sexuellen Missbrauch - das alles. Aber über eine Sache habe ich noch nie ein Wort verloren. Ein Tabu - Thema für mich. Diese eine Sache - die meine Freunde zwar wissen - doch über die ich nie mit jemandem rede. Über die ich nie wirklich mit jemanden geredet habe. Weil ich es nicht kann - ich es nicht aushalte. Und ja, alleine der Gedanke an das was ich hier versuche zu tun lässt meine Augen brennen. Lässt mich weinen. Meine Hände verkrampfen sich. Doch ich schreibe weiter. Irgendwann muss halt alles mal raus.

Um ehrlich zu sein finde ich keinen Anfang. Ich muss ein wenig schmunzeln. Einfach weil mir doch schon so oft gesagt wurde, dass ich das hier ganz gut kann. Ganz gut schreiben kann. Ich immer die richtigen Worte finde. Mein kleines Talent. Doch wie sollte ich es schaffen schöne Worte zu finden - etwas das gut ist - etwas das man gerne liest. Und nun sitze ich hier - starre auf mein Notebook und finde keine Worte. Finde nichts und schreibe deswegen einfach drauf los.

Worum es geht? Um ein kleines Mädchen. Um ein kleines Mädchen das nichts wollte - nichts erwartet hat. Um ein kleines Mädchen das nichts weiter wollte als geliebt zu werden. Worum es geht? Es geht darum, dass ein Herz es vielleicht einfach nicht schaffen kann geheilt zu werden.
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Eine Frau liegt im Krankenhaus. 72 Stunden liegt sie in den Wehen. 1991. Ihr Mann ist nicht da. Er ist nicht für sie da. Hat es nicht geschafft. Den Grund hierfür kenne ich nicht. Sie bekommt ein Kind. Ein kleines Mädchen. & als sie da war - das Licht der Welt erblickt hat. Da kam er - ihr Vater. Er kam ins Krankenhaus. Betrachtete sie - die Babystation. Das kleine Mädchen, dass zwischen mehreren kleinen Jungen lag. Alles Baby´s - rein, bereit ihr Leben zu beginnen. Bereit dafür geliebt zu werden. Ein kleines Mädchen. & als sie da war - das Licht der Welt erblickt hat. Da kam er - ihr Vater. Er kam ins Krankenhaus. Betrachtete sie - die Babystation. "Der ist aber süß" & völlig geschockt sah die Frau zu ihrem Mann herüber. "Das ist deine Tochter" Stille kein Wort - einfach nur Stille. Er betrachtete sie. & für die folgenden Worte lege ich meine Hand nicht ins Feuer. Doch genau das ist es was er gesagt haben soll. Dieser Mann. Dieser Vater. "Wieso ist das denn kein Junge geworden"

3 Jahre später. 1994.. sie sind noch immer ein Paar. Aus Liebe? Wegen des Kindes? Keine Ahnung. Zwischen ihnen ein kleines Mädchen. Ob sie es ist die die beiden zusammen hällt? Wohl kaum. Denn der Mann - er ging. Wollte in die Welt - wollte etwas erreichen. Studieren - Ehre - Ruhm - wollte all dies - sah in die Augen seines Mädchens - und ging. Ging und kam nie wieder. Verschwand.

15 Jahre später. 2009..ein Brief. Das kleine Mädchen, dass gar nicht mehr so klein war. Einen Brief in der Hand. Den Absender gelesen und den Tränen nah. Weinend saß sie auf dem Bett. Zusammengekauert. Ohne den Inhalt zu kennen. Und sie weinte. zitterete. Ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben. Die Angst zu groß - doch wovor? Angst vor der Wahrheit? Angst vor noch mehr Enttäuschung? Angst ...
Den Brief geöffnet - gelesen - fest umklammert - nah ans Herz gepresst. Gelesen wieder und wieder - nicht aus den Händen gegeben - nah ans Herz gepresst. Bis jedes Wort aufgesogen war. Um all dies nie mehr zu vergessen. & doch die Tränen verschwinden nicht. Was drin stand? Wunderschöne Worte, Versprechungen ein es tut mir Leid - doch die Tränen verschwinden nicht. Sie weint weiter - einfach aus Erfahrung. Weil sie die Lüge erkannte - jedes Wort in sich aufnahm & doch wusste, dass es nichts ändern würde.
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 Natürlich könnte ich all das jetzt ausschmücken - euch mehr Einzelheiten erzählen und und und aber nein das tue ich nicht - das brauche ich nicht - einfach weil ihr es ja doch nicht verstehen könntet - zum Glück - denn ich wünsche genau das niemandem. Niemandem wünsche ich diesen Schmerz. Diesen Urschmerz - worauf alles beruht. All die Unsicherheit, all die Komplexe, Ängste, all der Schmerz.

Ich kann es nicht beschreiben - doch alleine die Tatsache, dass ich für diesen Beitrag knapp 2 Wochen gebraucht habe - einfach aus Unfähigkeit all das in Worte zu fassen - spricht meiner Meinung nach Bände.. Ich kann es nicht beschreiben - und doch - ungefähr so. Es ist ein tiefer Schmerz.. ich denke es ist das schlimmste Gefühl, dass ich jeh kennen lernen musste. Ganz einfach weil ich komplett unfähig bin etwas dagegen zu unternehmen. Machtlos. Ich habe nicht die Reichweite um etwas daran zu ändern. Nicht die Macht. Keine Macht darüber die Entscheidungen meines Vaters zu beeinflussen. Keine Macht - keine Chance. Mein Vater will mich nicht - seine Tochter. Mir dies einzugestehen erfodert Kraft - es erschöpft mich. Die letzen Jahre haben geschlaucht - mich nach unten gedrückt immer und immer wieder. Rückblickend. Jeder Geburtstag, jedes Weihnachtsfest und jeder Vatertag hat Salz in die Wunde geschüttet. Literweise. & ohne es zu wollen muss ich schon wieder weinen - doch ich will es nicht - ich will nie wieder weinen - nicht wegen ihm. Denn genauso wie ich keine Macht über ihn habe - soll er auch keine über mich besitzen.

Aber über eine Sache habe ich noch nie ein Wort verloren. Diese eine Sache - die meine Freunde zwar wissen - doch über die ich nie mit jemandem rede. Über die ich nie wirklich mit jemanden geredet habe. Weil ich es nicht kann - ich es nicht aushalte. Und ja, alleine der Gedanke an das was ich hier versuche zu tun lässt meine Augen brennen. Lässt mich weinen. Meine Hände verkrampfen sich. Doch ich schreibe weiter. Irgendwann muss halt alles mal raus.

Ja, das hier ist es. Deswegen fällt es mir so schwer zu vertrauen - insbesondere Männern. Aber was soll ich sagen - wie soll man das vergessen? Wie sollte man es schaffen all das erlebte nicht zu verinnerlichen & ja ich weiß, dass ist unfair und falsch und dumm. Aber es ist in mir. Noch immer - nach all diesen Jahren. Ja, das hier ist es - der erste Mann, der mich hätte lieben sollen hat es nicht - tut es nicht & wird es wahrscheinlich nie. Und nein das ist nicht ok - und nein damit komme ich nicht zurecht - egal wie cool ich tue. Denn ja da habt ihr ihn meinen Wunden Punkt - heute mache ich mich mal angreifbar..

& wieso tue ich das?
Was erhoffe ich mir davon?
Hilfe? Mitleid?

NEIN!

Ich erhoffe mir nichts - nichts außer Frieden - Frieden mit mir selbst. Denn es ist nicht meine Schuld, nein, ein Baby - ein kleines Kind - eine 3-jährige Tochter hat beim letztem Abschied keine Schuld - kann nichts falsch gemacht haben - fordert nichts ein - nichts bis auf ein Herz voll Liebe. Ich will abschließen - meine Vergangenheit hinter mir lassen - es nicht mehr an mich heran lassen - dieser einen Sache nicht mehr die Macht über mich geben. Ihm keine Nacht über mich geben. Vielleicht liegt das ja am Alter - man wird reifer. Denn es ist nicht er der mich runterzieht - nein denn er ist nicht hier - war nie hier - hat mich nie aktiv nach unten gedrückt - ganz im Gegenteil - das war ich. Ich wollte nie aufgeben - wollte ihn ändern, die Situation - einfach alles. Ich wollte ihn ändern - doch heute da weiß ich, dass das nicht in meiner Macht liegt. Nicht als Mensch. Nichts als Tochter und nun nach all den Jahren weiß ich es endlich - nun sehe ich es endlich ein. Heute weiß ich, dass es ok ist. Heute weiß ich, dass es nicht meine Schuld ist. Ich muss mich nicht schlecht machen .. bin sicher nicht weniger wert - und brauche ihn nicht. Kann glücklich sein - auch ohne ihn. Ohne Vater.

& doch eins gebe ich zu - ich würde ihm gerne einmal in die Augen sehen - einmal - ihn anlächeln und sagen, dass ich ihn nun nicht mehr will - nicht an meiner Seite, nicht in meinem Leben.  Denn mein Leben geht weiter - hier ist noch lange nicht Schluss..