Mittwoch, 25. Mai 2016

die erste Liebe

& ja, ich weiß das alles noch ganz genau. Jede Einzelheit. Jedes Detail. Weiß wie ich damals im Zug saß. Total aufgedreht, überdreht. Wenn die Stimme sich überschlägt und das Herz rast wie wild. Eine Station nach der anderen - dir mit jeder Minute ein Stück näher. Weiß wie all das sich anfühlt - weiß das wegen dir. Eine Freundin neben mir. Hand in Hand - wie wollten die Liebe kennen lernen. & rückblickend muss ich schmunzeln. Schmunzeln, weil das mit dir soviel mehr war. Denn wenn ich ein Gefühl kennengelernt habe, dann jenes wie es ist einen Menschen mehr zu lieben als sich selbst. Wenn das Herz sich öffnet - man braucht hier keinen Schlüssel - keine Hass, kein Zweifel - nur Liebe.

Der erste Blick - so ganz in live. Keine Fotos, kein ICQ, kein Zentimeter der noch zwischen uns stand. Der erste Blick - die erste Liebe. Erinnere mich an alles. Jeder noch so kleine Teil deines Gesichtes hat sich eingeprägt. In Stein gehauen. Eingraviert. Im Auto - zusammen - du & ich - die Rückbank gehörte uns. So nah aneinander - & meine Güte waren wir jung. 13 oder 14. Kinder - die sich nicht wie Kinder fühlen wollten - es nicht konnten.

& auch wenn ich nie richtig Kind war - war das neben dir anders. Zumindest ein wenig. Doch dieses wenig hat mir gereicht - hätte mir ewig gereicht. Denn neben dir war es anders. Neben dir habe ich mich leicht gefühlt. Unbeschwert. Federleicht. Geborgen und selbst in diesem jungem Alter angekommen. & ja - ich muss selber lachen während ich das schreib. Muss über mich schmunzeln - wie erwachsen das doch klingt. Muss über dich schmunzeln, deine Art, dein Wesen. Muss zurückdenken an unser erstes Auf wiedersehen - die Entfernung zu groß - und wir einfach zu jung. Viel zu jung für sowas großes - denn ja für mich warst du das Größte! Viel zu jung um über die Entfernung hinwegzusehen. Zu jung um zu begreifen, was man eigentlich am anderen hat und viel zu naiv - den Gedanken fest umklammert, dass alles auf ewig so bleiben wird.

Die erste Liebe - und ja die bleibt ewig. Die erste Liebe - und nein niemand könnte deinen Platz einnehmen.

Ohja - manchmal bereue ich meine Dummheit. Bereue, dass ich nicht mehr gezeigt habe wie viel du mir eigentlich bedeutest. Bereue es dir nie gesagt zu haben, dass du der Typ "ohne den kann ich nicht leben" bist. Denn in dir musste ich keine Liebe suchen - musste keine kleinen Macken an dir suchen die ich lieben könnt - denn du warst ein Gesamtpaket - ganz und gar perfekt - zumindest für mich. & wieder muss ich lachen - denn auch wenn du das gerne hören würdest ganz so perfekt bist du nicht - außer vielleicht ein wenig - zumindest für mich. Denn wir waren alles - Freunde, Komplizen, Liebhaber und ab und an auch Fremde.

Doch viel mehr als das ich etwas bereue - bin ich glücklich. Glücklich über die Zeit in der du mein warst. Glücklich darüber wie echt mein Lachen war - jedesmal wenn ich in deinem Arm lag. Glücklich darüber wie viel Spaß ich mit haben konnte - trotz allem was kurz bevor wir uns kennen gelernt haben geschah. & all dieser Spaß - mit dir - der war echt - ich musste nie etwas vortäuschen. Keinen Spaß - keine Liebe - es war nie vorgespielt. Es war Liebe. Etwas besonderes. Alles umfassendes. Einnehmendes. Doch irgendwann da endet vielleicht wirklich alles. Auch die erste große Liebe.

& anfangs da war es schwer.
Niemals werde ich über ihn hinwegkommen - niemals. Das waren meine Gedanken, meine Worte für eine sehr lange Zeit. Gerade einmal 18 Jahre alt. Ich war verzweifelt, ganz egal wo ich war. Ob in meinem Zimmer, beim Abendessen, in der Schule, Ausbildung, unter Freunden - ich war verzweifelt. Die Tränen wollten nicht aufhören - sie flossen mir über die Wangen - brannten - doch auch sie konnten all die Liebe, all den Schmerz nicht einfach wegspülen. & alle sagten sie mir es würde besser werden - es würde leichter werden. Vielleicht meinten sie es so - waren davon überzeugt - doch heute weiß ich, dass sie alle keine Ahnung hatten. Heute weiß ich, dass es nicht besser wird. Es wird schwerer - weil mir mit jedem Tag mehr bewusst wurde - mehr bewusst wurde was ich eigentlich verloren hatte. Weil ich wusste, dass alles was wir davor hatten so wunderbar war. So leicht. So unbeschwert. Dieser Schmerz - er ist grausam - unaufhaltsam, er laugt aus, er verändert - er hat mich verändert. & auch wenn da immer ein Stechen bleibt - immer wenn man denkt "was wäre wenn" - kommt man darüber hinweg. wirklich.

In Liebe, ich.

Keine Kommentare: