Samstag, 5. März 2016

fight

Das schwierigste an all diesen Diagnosen, Anpassungsstörungen, Depressionen, Angstzustände, Panikattacken ist, dass mein ihnen einen Namen gibt. Nichts ist auch nur annähernd so schlimm wie all jene Gedanken die sich um diese Definitionen ranken. Fein säuberlich nachzulesen auf Google und Co. soll so auch der kleine Junge von nebenan begreifen. & doch begreifen sie alle nichts.
Weder einer der Therapeuten mit denen ich sprach, weder meine Familie, nicht meine Freunde. Vielleicht ist es ja nett gemeint. Eine Hand auf die Schulter gelegt - ein paar aufbauende Worte. Doch ohne auch nur ein Wort böse zu meinen muss ich gestehen - es bedeutet nichts.

Das schwierigste an all diesen Diagnosen, Anpassungsstörungen, Depressionen, Panikattacken ist, dass mein ihnen einen Namen gibt. Nichts ist auch nur annähernd so schlimm wie all jene Gedanken die sich um diese Definitionen ranken. Fein säuberlich nachzulesen auf Google und Co. soll so auch der kleine Junge von nebenan begreifen. & doch begreifen sie alle nichts.
Nicht all die Doktoren in den Talkshows, nicht die Menschen die es nie erlebt haben & nicht die Menschen die mit mir sprechen - ganz ohne zu wissen, dass ich halt weiß wie es ist.

" Nicht einmal der Tod ist so schlimm wie eine Vergewaltigung. Wenn du Tod bist, hat dein Leiden ein Ende - es ist vorbei. Wurdest du vergewaltigt trägst du all dies dein Leben lang mit dir herum."
" Menschen denen so etwas widerfahren ist werden nie wieder Glück empfinden."
" Das Leben dieser Leute ist doch jetzt sowieso für die Mülltonne."
" Menschen die so etwas durchlebt haben - können nicht lieben."
All das & vieles mehr sind keinesfalls meine Worte, dies sind Worte von Menschen in meinem Umfeld, Menschen die nicht wissen, dass sie damit mich meinen. Wissen nicht, dass sie mit diesen Worten alles nur noch viel schlimmer machen.

Ich bin ehrlich, ich bin ein Angsthase - & wie!
Ich fürchte mich vor allem.
Ich fürchte mich davor alleine in den Keller zu gehen.
Fürchte mich wenn es klingelt - mache keinem die Tür auf.
Fürchte mich vor der Dunkelheit.
Ich fürchte mich vor Nähe.
Fürchte mich vor anderen Menschen..

& warum? Wegen der Angstzustände? Weil es wirklich so ist? Oder weil eine Definition es so vorschreibt?

Wenn mich jemand berührt zucke ich automatisch zusammen. Ich kann nichts dagegen tun.. Auf diese Worte hätte ich bis vor 2 Wochen geschworen. Hätte für sie meine Hand ins Feuer gelegt und stand zu hundert Prozent hinter dieser Aussage. Doch heute - heute bröckelt dieses Bild. Bröckeln all diese Definitionen.

Vor 2 Wochen nahm mich ein Freund mit - ich saß im Auto - den Blick auf die Straße gerichtet. Musik an - doch nicht eine Strophe nahm ich war.. Ich saß im Auto - die Hände ineinander verschränkt. Ich spürte mein Herz schlagen - nicht nur so ein wenig. Voll und ganz. Es schlug - hämmerte gegen meine Brust. Schmerzen. Zweifel. Was mache ich hier eigentlich? Ich? Ich kann das nicht! Vor 2 Wochen nahm mich ein Freund mit - zum Krav Maga. Kampfsport. Körperkontakt. Ich? Ich kann das nicht. Saßen im Auto und ja es gab die ein oder andere Kurve in der ich gerne ausgestiegen wäre.

Wenn mich jemand berührt zucke ich automatisch zusammen. Ich kann nichts dagegen tun.. Auf diese Worte hätte ich bis vor 2 Wochen geschworen. Hätte für sie meine Hand ins Feuer gelegt und stand zu hundert Prozent hinter dieser Aussage. Doch heute - heute bröckelt dieses Bild. Bröckeln all diese Definitionen.

Angekommen - geh dich umziehen wir treffen uns gleich hiervorne wieder. Klamotten aus - Klamotten an. Rüstung an. Du kannst das nicht - geh einfach nachhause. Das fällt doch gar nicht auf. Schmerzen in der Brust. Angst. Unsicherheit. Ich will das nicht - ich kann das nicht. Aber los - Keiner muss das merken. Schauspielern. Das kann ich doch. Das mache ich doch schon so viele Jahre lang, Also los -  Tür auf - hallo Welt hier bin ich.
22 Leute. 4 junge Frauen. Der Rest Männer - wieso müssen es denn soviele sein. Angst. Meine Brust brennt - ich will hier raus. Sehe dich an - los wärm dich auf - stehe einfach nur da - sehe die Anderen an - nicht auffallen. Es geht los. Line up - alle aufstellen und durchzählen. Aufwärmen. alle zusammen. Schwitzende Körper. Nähe. Du schaust mich an. & ich hasse den Gedanken, dass du mich für stärker hällst als ich sein kann. 22 Leute. 4 junge Frauen. Der Rest Männer. Ich geh jetzt zu den Fortgeschrittenen - viel Spaß dir. WAS? Ich? allein? was soll das? Die Luft ist wie abgeschnitten. Meine Brust brennt. Ich möchte weinen - ich kann das nicht. Atme tief ein -

& plötzlich da macht es klick.

Ich kann. natürlich kann ich das. wieso auch nicht. Wieso sollte hier jemand besser sein als ich. Wie kann ich etwas nicht können was ich nie versucht habe. Kopf hoch. Das Herz wird ruhiger. Ich kann. Ich will. Ich werden.

Leute, ich sage euch - ich habe. Habe es voll und ganz genossen. Habe mich ausgepowert. Habe drausgehauen. Gerannt - mitten durch alle hindurch. Geschlagen - alles muss mal raus. Gelebt. Mich befreit gefühlt. Habe sogar selbst motiviert. Wollte es unbedingt. Wollte es nicht nur - nein konnte es sogar. Trotz all der Angst - alleine da zustehen.. war es genau das was ich so sehr gebraucht habe.

Wenn mich jemand berührt zucke ich automatisch zusammen. Ich kann nichts dagegen tun.. Auf diese Worte hätte ich bis vor 2 Wochen geschworen. Hätte für sie meine Hand ins Feuer gelegt und stand zu hundert Prozent hinter dieser Aussage. Doch heute - heute bröckelt dieses Bild. Bröckeln all diese Definitionen. Doch ab heute - stelle ich meine eigenen Definitionen auf.

Keine Kommentare: