Sonntag, 24. Januar 2016

die Sache hat nur einen Haken

Ich betrete den Raum und begrüße sie alle. Ich lächle. Mein Lächeln erreicht meine Augen - ganz aus dem Herzen heraus. Das ist für mich ganz selbstverständlich. Ein Bitte an den Kollegen wenn ich einmal Unterstützung brauche. Ein Danke an die Reinigungskraft, dafür, dass sie tut was sie tut - jeden Tag aufs neue. Denn genau das sollte eine Regel sein - eine goldene. Nicht nur im Berufsleben. Sondern überall. Denn auch wenn du gut bist - vielleicht sogar der Beste schaffst du es nicht dein Leben lang voran zu kommen - nicht ganz allein. Was zählen sollte, dass ist das Projekt, die Gemeinschaft - nicht der Erfolg einer einzigen Person.

& doch ist es oft so anders.

Es geht um Macht - um Machtpositionen. Wer bekommt den besten Parkplatz, wer redet als erstes und am meisten während einer Sitzung, wer hat all diese besonderen Privilegien und wer trägt die Nase besonders weit oben? Darf ich IHNEN einen Kaffee bringen.. Hier die Dokumente die SIE  vor 30sek. angefordert haben.. Wann dürfte ich IHNEN denn bitte in den A**** kriechen :) 
Was ist das erste woran ihr denkt? Der erste Arbeitstag. Eine neue Stelle. Neue Kollegen. Ein neuer Chef. Angst, Unsicherheit - wie schaffe ich es suverän aufzutreten? Etwas besonders zu sein - zu werden. Unersetzbar zu sein - zu werden. Wenn jemand einen Witz reißt sollte ich mitlachen oder mich lieber zurückhalten? Was ziehe ich an? Kleine graue Maus - nicht auffallen - nicht zuviel Aufmerksamkeit - DAS ist nicht höflich. & doch im Inneren weiß man es - man hat es satt - all diese ich sag es ganz offen - Arschkriecherei. Viel - zuviel Zeit verschwenden wir damit herauszufinden wie wir uns während unserer Arbeitszeit zu verhalten haben / wie wir uns verhalten müssen. Welche geschriebenen und vor allem ungeschriebenen Regeln habe ich zu beachten um mir hier einen Namen zu machen?! Bloß nichts falsch machen - und bitte kein Risiko. & ein Wort spielt eine leider viel zu Große Rolle. Herachie

Denn mal ehrlich. Wie viele Ideen von neuen Mitarbeitern, Auszubildenden oder gar Praktikanten werden ernst genommen. Und das wobei wir doch alle wissen, dass ein Held unserer Kindheit - der Erfinder des Gameboy´s - Gunpei Yokoi - als Hausmeister bei Nintendo begonnen hat. Wieso sollte es so sein, dass große Ideen - große Veränderungen nur von vermeindlich großen Menschen stammen dürfen. Wie viele Ideen schaffen es nicht durch alle Instanzen ... werden weggeworfen, zerknüllt im Papier Eimer - wie viel Motivation wird abgewürgt und wie viel Wunderbares geht tagtäglich verloren? Natürlich muss es eine Ordnung geben - ein respektvolles Miteinander - doch wo bleibt jener Respekt auf den doch alle immer so sehr pochen - wenn die Praktikantin seit 6 Monaten den Kaffee holt - im Aufzug neben ihm steht den Chef einer kleinen Firma und dieser sie weder eines Blickes würdigt noch weiß wer das denn überhaupt ist. Doch genau das ist es doch was die Aufgaben von morgen erfordern - RESPEKT ! - eine ordentliche Portion Mut - Mut sich einzugestehen auch den "Kleinen" eine Chance zu geben - neue Wege zu gehen und sich einzugestehen, dass diese beständiger werden könnte als die Zeit der Herachie.

Denn was wäre wenn?

Keine Herachie. Kein Chef. Kein Alltag in dem man wieder und wieder daran gehindert wird sein Bestes zu geben. Keine Unsicherheit. Keine Selbstzweifel. Statt des ewigen Kaffee holens endlich einmal eine Idee umzusetzen. & somit Erfolg einzuholen nicht für sich - sondern für das Unternehmen - für uns. Alle ziehen zusammen an einem Strang - diesmal wirklich. Ein gemeinsames Ziel. Alle arbeiten ganz ohne Druck - denn der gegenüber am Schreibtisch ist nicht besser - verdient nicht mehr - und hat hier sowieso das sagen. Nein, der Kollege neben dir - links sowie rechts zählt auf deine Energie, deine Ideen und deinen Willen etwas großes zu schaffen. Zusammenhalt. Denn das ist es was jeder von uns will - etwas sinnvolles zu tun - davon bin ich fest überzeugt. Das ganze hat nur einen Haken, all jene die sich auch Woche für Woche über den Montag beschweren hätten nun keine "die da oben" mehr über die sie schimpfen könnten :) 

Küsschen, Kristin

1 Kommentar:

Tschok Detsorn hat gesagt…

Super Beitrag!

xx Tschok | www.thedetsornfactory.blogspot.de