Dienstag, 6. Dezember 2016

Ist das Weihnachten?

Der 6. Dezember. Die Kinder der Familie Schneider stehen für gewöhnlich
erst etwas später auf. Kurz vor Knapp könnte man sagen. Katzenwäsche und
ein Toast mehr Zeit bleibt vor der Schule nicht. Doch heute ist das anders.
Denn heute soll es etwas geben. Etwas im Stiefel/im Sneaker - wie auch immer.
Hauptsache es wird was geben. Augen auf - doch strahlen tuen sie nicht.
Raus aus den Federn und schnell in den Flur. Die Schuhe gefüllt.
Ein paar Nüsse - eine Mandarine - der Schoko Weihnachtsmann und ein Gutschein
- eine Fahrt auf dem Karusell - das Große, dass mitten auf dem
Weihnachtsmarkt steht - zusammen mit dem Versprechen ihn bereits dieses
Wochenende einzulösen. Doch - kein Strahlen in den Kinderaugen. Das wars?
Die Anderen bekommen doch aber richtige Geschenke - auch zum Nikolaus.
Enttäuschung. Missverständnis. Wut.
Ist das Weihnachten?

Der 15. Dezember. So langsam wird es knapp - noch immer schaffte es
Herr Meier - Vater einer 5köpfigen Familie nicht alle Einladungen für den 1. Feiertag
auszusprechen. Zeit hätte er doch aber genug gehabt? Wie kann das sein - fragt er sich.
Er geht in sich und stellt fest, dass Oma und Opa, Geschwister und
die besten Freunde die Einladung bereits vor 3 Wochen im Briefkasten hatte -
hübsch dekoriert und fein bedacht formuliert. Doch was ist mit Tante Gerda und
diesem einen Cousin den doch eh keiner leiden kann. Achja das ist ja Familie.
Obwohl wie sah Onkel Karsten noch gleich aus? Wie lang her ist das letzte Gespräch.
Das letzte lieb gemeinte Wort? Aber eine Einladung muss sein - alles andere wäre ja unhöflich. 
Ist das Weihnachten? 

Der 20. Dezember. Marie Hoffmann schuftet bereits den ganzen
Dezember. 2x mal die Woche nach der Schule und am Wochenende arbeitet
sie als Geschenkelfe. Geschenke einpacken hier. Glitzerschleifenband da.
Stress und Hektik und die Schule kommt zur kurz.
Alles für das Fest der Liebe. Alles für ein bisschen mehr Geld.
Um seinen Liebsten eine Freude machen zu können. Da reicht kein lieb gemeintes Wort.
Nichts selbst gemachtes. Keine hübsch verpackten Plätzchen und auch keine Zeit zu zweit.
Da muss was besonderes her. Für die Familie. Den ersten Freund. Und all die Freunde.
Da muss was großes her - anders geht das nicht. 
Ist das Weihnachten?

Der 23. Dezember - noch immer hat Frau Kämmer nicht alle Geschenke beisammen.
Abends sitzt sie in der Küche. Allein. Ihre kleine Tochter bereits im Bett. Träumeland.
Hach, träum du mein Schatz - solang die Realität noch fern ist. Alleinerziehend.
Rechnungen und vor ihr liegend ein Zettel. Ein Wunschzettel. Darauf nur ein Wunsch.
Das neue Barbie Traumschloss. Ein Blick ins Portmonaise und sie öffnet den letzten Wein.
Der war im Angebot - anders könnte das nicht sein. Die Konto App geöffnet - da muss doch noch was sein. Doch nein nichts / und so füllt sich das Glas von Minute zu Minute / Träne für Träne. 
Ist das Weihnachten? 


Stress und Hektik. Für jeden muss was ran. Stress und Hektik - an alle muss gedacht sein.
Auch für jene Mitglieder unseres Blutes muss was her - das ganze Jahr kein liebes Wort.
Doch ein Geschenk oh doch das muss her. Stress und Hektik.
Irgendetwas muss ich doch kaufen. Von Herzen nein - aus der Geldbörse ja.
Stress und Hektik - jedes Jahr. Zeit zu zweit? Keine Zeit!
Stress und Hektik - doch das muss so sein? Das war schon immer so! 
Größer und Teurer.
Denn Größer = Besser & Teurer = Bedeutender.

Doch.. ist das Weihnachten? 

Samstag, 3. Dezember 2016

(un)verzeihbar

Keiner von uns ist ohne Sünde. So etwas in der Art sagte ich erst heute
einer guten Freundin. Wir alle haben Dreck unter den Nägeln. Leichen im Keller.
& genug zum fegen vor der eigenen Haustür. Keiner von uns ist ohne Sünde.
Ich habe Sätze über meine Lippen gebracht, die ich bereue. Sehr.
Du hast etwas getan - wovon du wusstest, dass es einen Anderen verletzen würde.
Ihr habt Jemandem Unrecht getan. Wir alle haben gelogen, abgewägt und
doch zuerst an uns selbst gedacht. Denn keiner von uns ist ohne Sünde.

& neben all dem Egoismus auf der Welt - meinem eignem Egoismus.
Meinen Willen stets das Gute in jedem Menschen zu sehen und daran festzuhalten,
dass wir alle stets nur aus der Überzeugung handeln das Richtige zu tun - etwas tun.
Neben all dem - stelle ich mir manchmal die Frage was geschehen müsste.
Was genau müsste ein Mensch tun, damit ich ihm nicht mehr verzeihe.
Keine zweite oder dritte Chance. Kein gut gemeintes Wort mehr.
Null Sympathie. Kein Mitleid. Kein Verständnis. Nichts. Nichts von alle dem.
Was müsste geschehen - um vergessen zu lassen, dass keiner von uns perfekt ist.
Keiner ohne Sünde. Keiner ohne schlechte Gedanken.
Keiner ohne egoistische Taten.

Keiner von uns ist ohne Sünde - wie könnte ich es mir also anmaßen
jemand anders nicht zu verzeihen? Wo doch auch ich hoffe,
dass man mir verzeiht - immer wieder. Jedes mal aufs Neue.
Ganz einfach, weil ich nicht ohne Sünde bin.

Doch wie sieht Verzeihen eigentlich aus?
Die Angst vor erneuter Enttäuschung kann so lähmend sein.
Nicht zu wissen was der Gegenüber denkt und in Wirklichkeit plant.
Unsere eignen Gedanken wegen denen wir letztendlich beleidigt sind.
Neben all dem was uns im Weg steht - woher sollen wir da wissen wie das geht?
Wie das so wirklich gehen soll? Verzeihen - ganz rein und ohne Hintergedanken.
Ein paar liebe Worte. Eine wirklich gut gemeinte Umarmung. Eine Widergutmachung.
Doch kann das gehen? Kann das funktioneren?
Kann uns der Andere dazu bringen, dass wir ihm wirklich verzeihen?
Oder können das nur wir selbst? 

Ist es nicht so, dass es prinzipiell ganz egal ist was uns widerfährt?
Welche Worte es sind - die uns an den Kopf geworfen werden.
Welche Taten es sind die wir mit ansehen müssen.
Was uns selbst angetan wird.
Leid - soweit das Auge reicht. Schmerz - bis das Gefühl langsam nachlässt.
Ist es nicht so, dass es prinzipiell ganz egal ist was uns widerfährt?
& wieso ich das sage? Weil ich eins habe. Eine tiefe Überzeugung.
Es liegt bei uns.
Ganz egal - was uns oder den Menschen die wir so sehr lieben zustößt
 - gewollt oder nicht -
wir selbst - wir selbst entscheiden wie wir damit umgehen.
Mit dem Schmerz, mit der Enttäuschung, mit all den Gefühlen.
Wir selbst entscheiden, ob und in welchem Rahmen dies unser zukünftiges
Leben prägt. Wie sehr es uns beeinflusst.

Keiner von uns ist ohne Sünde. So etwas in der Art sagte ich erst heute
einer guten Freundin. Wir alle haben Dreck unter den Nägeln. Leichen im Keller.
& genug zum fegen vor der eigenen Haustür. Keiner von uns ist ohne Sünde.
Ich habe Sätze über meine Lippen gebracht, die ich bereue. Sehr.
Du hast etwas getan - wovon du wusstest, dass es einen Anderen verletzen würde.
Ihr habt Jemandem Unrecht getan. Wir alle haben gelogen, abgewägt und
doch zuerst an uns selbst gedacht. Denn keiner von uns ist ohne Sünde.

& wenn es doch nunmal so ist, dass keiner von uns ohne Sünde ist -
ja, es ist so - wieso verurteilen wir dann?
Keine harmlose Lästerei - nein Verurteilung.
Ein Urteil fällen und es nicht mehr aufheben.
Auf weg - verurteilt.

Gibt es denn wirklich soviel?
Soviel was /un)verzeihbar ist?

Freitag, 11. November 2016

Gulasch schmeckt immer

& jetzt lieg ich hier - 8 Monate später. Sehe in deine Richtung.
Die Augen geschlossen und doch - dafür brauche ich kein Tageslicht - denn jedes Detail
ist mir bekannt. Jedes Härrchen. Jede Pore. Augenfarbe. Lachfalten.
Dafür bauche ich kein Tageslicht - dafür brauche ich mein Herz.

Ein wenig mehr als acht Monate ist es nun her. Im Februar - am 18. Februar -
entschloss ich mich dazu alleine weiter zu machen. Alleine zu leben.
Seit 6 Jahren und 4 Monaten teilten wir ein Bett. Teilten wir ein Leben.
Doch damals musste ich mir eingestehen, dass die 180x200cm einfach zu groß geworden waren.
Zu groß für uns. Ich entschloss mich dazu zu gehen. Herz zu. Welt auf.
Ich war 24 Jahre alt. Hatte bisher nie allein gewohnt. & alles was mir schwer fiel
war im Grunde nie ein Problem - kein Prolem, weil du mir vieles
abgenommen hast - aus Liebe - Danke dafür. Ich war 24 Jahre alt.
Hatte bisher nie allein gewohnt. Mein rosa Zimmer zuhause bei Mama tauschte
ich ein gegen eine Wohnung für zwei. Nur du und ich.

& jetzt liege ich hier - 8 Monate später und denk zurück an all das
was geschehen ist - seit diesem Tag. Ich lasse meine Augen zu.
Sehe es an mir vorüber  ziehen all diese wundervollen Momente.
All meine Entscheidungen - auch jene die ich bereue - bis heute.
All das Lachen. All die Tränen. Jede Party. Jeder Abend allein.
Ich lass meine Augen zu. Und was ist das? Eine Träne rollt über meine
Wange und endet auf einem leichten Lächeln.

Ich musste raus. Fühlte mich nicht mehr zuhause - nicht mehr verstanden.
Zukunftsangst. Und um es gleich zu sagen -
NEIN, Liebe vergeht nicht -
so richtige Liebe mit Kribbeln im Bauch und diesem dämlichen Lächeln -
die verschwindet nie mehr. Doch stärker als die Lebe zu jemand
anderem muss manchmal etwas anderes sein. Die Liebe zu uns selbst.
Sich selbst zu lieben - seinem Bauchgefühl folgen - alles auf eine Karte setzen.
Ich musste raus. Und ich ging. Hinterließ eine
leere Wohnung - unsere Wohnung, die einst mit soviel Liebe gefüllt war.
Eine leere Wohnung und ein gebrochenes Herz.
Nein. Zwei. Es tut mir Leid.

& jetzt lieg ich hier - 8 Monate später.
Die Augen geschlossen - zurückdenken. Klar, dass sah alles so einfach aus. Kristin?
Die macht jetzt ihr eigenes Ding. Die steckt die Trennung super weg.
Die kommt gut alleine klar. Gefühle aus - Party on. Alles easy. Alles cool.
Klar - nach außen hin sah das so aus - das sollte es ja auch. Genau so war es gewollt.
Kein Zweifel. Kein mit mir hadern. So einfach - bis man abends
im Bett liegt - allein & es einen einholt.
Das Vermissen.

Ich musste raus. Ich ging raus. Umzug. Neue Freunde. Neues Leben.
Und ja ich hatte alles. Ich hatte alles und ich hatte nichts.
Nichts, weil nichts mein Herz ausfüllen konnte.
Weil niemand groß genug war um dieses Loch zu stopfen.
Weil ich niemanden groß genug werden lies.
Ich musste raus. Ich ging raus.
Hatte alles - und hatte nichts.

& jetzt lieg ich hier - 8 Monate später.
Öffne die Augen und verstehe, dass manches Zeit braucht.
Abstand muss kein Ende sein - Neuanfang. 
Öffne die Augen und verstehe, dass wenn ich mich in 10 Jahren
sehe es keine Alternative gibt - keine außer dich. Öffne die Augen
und sehe ein, dass manches ziehen muss um wirklich gut zu werden.
Öffne die Augen und weiß nun, dass Gulasch auch aufgewärmt noch schmeckt. 

& ich kann gar nicht anders als dich zu lieben - und dazu stehe ich - jetzt! Tobias.

Donnerstag, 28. Juli 2016

sich Gedanken machen.

Macht ihr euch regelmäßig Gedanken? Ich meine nicht um die Welt - die aktuelle politsche Situation - oder um all den anderen Mist den wir Tag ein Tag aus im Fernseher sehen - sondern um euer Leben - euer Auftreten - euren Charakter - um all das eben. Gedanken. Zweifel. Ängste. Sorgen.
Ich für meinen Teil habe das Gefühl, dass ich mir in den vergangenen Monaten viel zu selten all das vor Augen geführt habe. Mir viel zu selten vor Augen geführt habe - wer ich eigentlich bin - wie ich mich im Moment verhalte. Wie ich mit anderen Menschen umgehe - wie ich mich selbst behandle. Auf welche Art und Weise ich mein Leben lebe. Rückblickend habe ich das Gefühl, dass in der letzten Zeit - das war gar nicht ich. Natürlich. Meine Augen. Meine Gestik. Meine Hände. Mein Körper - mein Lächeln. Aber irgendwie halt auch nicht. Nicht meine Worte - nicht meine Gedanken - nicht meine Grundsätze - nicht meine Einstellung zum Leben.
Macht ihr euch regelmäßig Gedanken? Darüber wer ihr sein wollt? Darüber wer ihr jetzt gerade seid - darüber was für ein Mensch ihr eigentlich seid. Wollt ihr das? Verdrängt ihr es? Weicht ihr all diesen Fragen aus?
Ich bin lange ausgewichen. & stelle mir nun ganz bewusst ein paar grundliegende Fragen - Fragen die mich beschäftigen. Fragen deren Antwort ich finden will. 
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Was macht mich glücklich?

- die Frage ist so einfach ´zumindestens für mich.
Die Menschen die ich liebe. Genau sie - jeden Tag aufs neue. Denn ich habe das unfassbare Glück, jeden einzelnen Tag meines Lebens - außer wenn ich es nicht will - mit mindestens einem Menschen zu verbringen den ich liebe. & ich weiß, dass klingt aufopfernd. Aber das ist es nicht - für mich nicht. Für mich ist das alles. Meine Schwester - meine Freunde - meine eigne kleine Familie. Ihr seid alles - und wenn ich sehe, wie eure Augen strahlen, ihr zufrieden seid, ihr lachen könnt - aus tiefstem Herzen. Ja, dann bin ich glücklich.
Aber natürlich sind es nicht nur sie - die Menschen die ich liebe. Da ist noch soviel drum herum. Da ist der Sonnenschein, der sobald ich etwas brauner werde meine Augenringe verschwinden lässt. Da ist dieses Gefühl einfach nur auf einer Wiese sitzen zu können - tief einzuatmen - all das genießen zu können. Da sind die kleinen Dinge. Ein paar ehrliche Worte - ein ernst gemeintes Lachen - da ist soviel mehr. Soviel mehr was ich liebe - soviel mehr was mich glücklich macht.  


Wann war ich das letzte mal sprachlos vor Glück?

- Das letzte mal sprachlos vor Glück war ich am Tage meiner Hochzeit. Ich trug auf dem Standesamt im Kreise meiner Lieben und im Angesicht meines Ehemannes einen Text vor. Etwas selbstgeschriebenes - etwas das von Herzen kam. Tief aus meinem Herzen. Bereits diese Worte brachte ich nur schwer über meine Lippen. Ich habe so gezittert. War so nervös. Habe diesen Moment so intensiv erlebt. Liebe. & dann als der große Moment gekommen war brachte ich das "Ja" kaum über meine Lippen. Ich stotterte etwas - ich war sprachlos. Ich brauchte mehrere Anläufe. Ich war sprachlos - sprachlos vor Glück.

Bin ich eine gute Freundin?

- Vor gar nicht so langer Zeit ca. 2 Jahre ist es her - hätte ich diese Frage mit nein beantwortet. Einfach weil ich nicht dazu in der Lage war. Ich konnte nicht sehen, dass es auch anderen Menschen wirklich schlecht ging. Auch wenn ich schon immer Empathie aufwies - so richtig für jemanden da sein konnte ich nicht. Ich habe mich selbst und somit auch meine Freunde ständig unter Druck gesetzt. Warum? Ganz klar, weil ich etwas besonderes sein wollte. Nicht für mich selbst - nein für sie. Ich wollte gemocht werden - wollte etwas besonderes sein - wollte Menschen ganz nah bei mir - und stieß sie so nur immer weiter von mir weg. Ich hatte zu hohe Erwartungen - lach - was ich wollte war unerfüllbar.
Heute ist das anders - hoffe ich - ich bemühe mich. Nicht gemocht zu werden, dass ist mir mittlerweile nicht mehr so wichtig. Nein, ich bemühe mich ein wirklich guter Freund zu sein. Zuzuhören, ausreden zu lassen, mir Meinungen anzuhören (auch wenn das oft weh tut). Meinungen zu aktzeptieren (was mir oft noch schwer fällt), zu erkennen wann jemand meine Hilfe braucht - es aber nicht aussprechen kann, zu sehen wenn ich jemanden einenge, distanz wahren, nähe suchen, da sein, Freiraum lassen, zusammen lachen, weinen, feiern, sich aufregen - all das und noch mehr. Heute bin ich nicht mehr wie früher - heute & ja davon bin ich überzeugt - da bin ich eine gute Freundin,

Wenn ich jetzt sterben würde - was würde ich bereuen nicht getan/gesagt zu haben?

- eig. und ja ich weiß ich sollte darüber hinweg sein - gibt es nur eine Sache die ich bereuen würde. Ich würde es bereuen, dass ich mir nicht mein Geld geschnappt habe - mir einen Flug gebucht habe und nach Portugal geflogen bin. Ich würde es bereuen, dass ich nie den Mut hatte diese Reise auf mich zu nehmen. Ich würde es bereuen, meinen biologischen Vater niemals gesehen zu haben - ihn niemals zur Rede gestellt zu haben. Trotz allem - ich würde es bereuen - es nicht zumindestens versucht zu haben.

Wie sehe ich mich selbst?

- hm.. das ist für mich wohl eine der schwierigsten Fragen. Ich weiß es nicht genau. Ich denke ich bin alles in allem ein guter Mensch. Ich denke andere Menschen sehen, dass ich mich bemühe. Ich stehe für meine Meinung ein - lasse mich aber auch nach kleinen Zickereien eines besseren belehren. Ich stehe zu meinen Worten und meinen Taten. Ich lüge nicht mehr - nie. Ich bin zielstrebig - liege aber auch gerne ab und zu einfach nur rum. Ich ... ich weiß nicht. Alles in allem bin ich ok - sogar ein wenig mehr als das. Ich bin ich - niemand sonst ist so - und das ist ok - sogar mehr als das. 

Würde jemand über mich sagen, dass ich sein Lieblingsmensch bin?

:) 

Wann habe ich das letzte mal jemandem eine Freude bereitet?

- Letzte Woche :)
Als ich im Urlaub war - viel mir ein Stofftier ins Auge. Ja richtig gelesen, ein Stofftier. Sofort musste ich an eine meiner Freundinnen denken und kaufte es natürlich prompt. Nicht wegen irgend einem besonderem Anlass oder so . nein einfach weil ich wusste, dass sie sich wie eine 3- jährige darüber freuen würde. Letzte Woche statte ich ihr dann einen Besuch ab - samt Hello Kitty Stofftier :) hihi und jetzt ratet mal, wer vor Herzklopfen in die Luft gehüpft ist? SIE! Und nun ratet einmal wessen Herz strahle - vor Freude darüber einen geliebten Menschen ehrlich lächeln zu sehen. ICH!

Wie würde ich mich selbst in 3 Worten beschreiben?

 ehrlich. loyal. naiv.

Wen würde ich als Vorbild für mich sehen?

Ein ganz klares Vorbild für mich - und das schon seit mehreren Jahren - ist Julian. Julian Zietlow. Ich werde euch jetzt nicht erklären was Julian tut. Einfach mal den Namen googlen. & wenn ihr schon dabei seid - dann googelt den Namen nicht nur - sondern tippt ihn vor allem bei Youtube ein. Seht euch den Motivation Monday an - und ganz egal was ihr von Julian, seinen Pogrammen, seiner Art und Weise haltet - saugt jedes einzelne Wort was er sagt auf - jedes - & macht daraus das Beste. Seid stets der Beste der ihr sein könnt.


Was würde ich gerne ändern? Was hindert mich daran es zu tun?

- Ich würde mich gerne loseisen. Alte Verhaltensmuster und Gefühle einfach hinter mir lassen. Ganz einfach, weil so vieles dann einfach wäre. Und was mich daran hindert? Das ist ganz offensichtlich! Das bin ich. Ich stehe mir selber im Weg. & auf eine gewisse Art und Weise ist das gut - denke ich. Es ist gut, dass dies ( meine Entwicklung ) soviel Zeit in Anspruch nimmt. So ein langer Prozess ist - ganz einfach, weil ich so weiß, dass ich nichts überstürze. Ich kann nicht einfach aufhören ich zu sein - denn auch jede schlechte Eigenschaft ist ein Teil von mir. Ich kann an ihnen arbeiten - so aufwerten - verbessern. Doch verstecken mag ich sie nicht. Ich kann nicht einfach aufhören zu fühlen. Alles über Board werfen - so tun als wäre da nie etwas gewesen. Das alles kann ich nicht - und das alles will ich auch nicht.


Wie wäre ein Mensch, der das komplette Gegenteil von mir ist?

- Er wäre psychisch komplett gefestigt. Er hätte keinerlei Angst davor zu versagen. Er wäre stark. Charakterstark. Er würde stets eine Antwort auf all diese Fragen haben. Es gäbe keine Geister der Vergangenheit die ihn jagen. Und selbst wenn sie da wären - es wäre ihm egal. Er würde sie nicht an sich heran lassen. Er hätte sie überwunden. Er wäre bereits Kompromisse einzugehen. Wäre allerdings stets pessimistisch. Würde niemandem vertrauen - und niemanden an sich heran lassen. Er hätte keine Freunde - und könnte keine Freude empfinden. Er könnte sich nicht an kleinen Dingen erfreuen. Er wäre sehr materialistisch. Würde sehr viel Wert auf Luxusgüter legen. Würde er reisen - würde er stets in Luxushotels einchecken. Er würde lediglich entspannen. Er würde nicht lesen. Er treibt keinen Sport. Ihm wäre es egal wenn jemand weinend am Straßenrand sitzt. Er würde Pferde lieben. Alle anderen Tiere wären ihn aber egal. Er würde es lieben Fenster zu putzen - doch der Rest seiner Wohnung würde im Chaos versinken. Er wäre ein Lügner. Er würde nicht zu dem stehen was er sagt. Er wäre nicht loyal - ihm wäre es egal, wenn er andere Menschen verletzt. Er wäre soviel - doch ganz Gewiss nicht ich.


Montag, 18. Juli 2016

Das bin ich

"Frau König - niemals dürfen sie sich offenbaren." Kuze Stille. "Niemals aussprechen was mit ihnen nicht stimmt." Ein verständnisloser Blick. "Lassen sie niemanden in ihren Kopf. Zeigen sie den Menschen nichts. Behalten sie es für sich. Sie würden sich nur angreifbar machen."

Doch heute bin ich bereit. Mut. Selbstbewusst. Kopf hoch. Irgendwann muss alles mal raus. & solange es sich richtig anfühlt - wird es auch richtig sein. Viel zu lange habe ich mit mir gehadert. War unsicher und verzweifelt. Fühle mich als hätte ich keine Chance. Viel zu lange habe ich mir Gedanken gemacht. Viel zu viele Ängste. Ängste - die ich nicht mehr an mich ran lasse. Denn jetzt weiß ich nur wenn ich das was hinter mir liegt auch ruhen lasse kann - kann ich wirklich los lassen - kann ich wirklich frei sein - & deswegen sage ich es heute. Ganz offiziell. Das hier - das bin ich.

Im Januar 2014 gründete ich diesen Blog. Einfach, weil ich eingesehen habe, dass 4 Jahre Therapie mich nicht nach vorne gebracht haben - nicht wirklich. Ich wollte schreiben - alles raus lassen. & trotz dessen, dass ich von Anfang an ganz ehrlich war. Offen damit umgehen konnte - zumindest hier - habe ich immer ein Geheimnis darum gemacht. Um diesen Blog. Enge Freunde wussten es. Irgendwann kam der Link in meine Instagram Biographie. Aber so richtig zu dem was ich hier schreibe habe ich nie gestanden. Ich habe nie öffentlich via Facebook - dort wo die Menschen sind, die mich aus dem realem Leben kennen - auf meinen Blog verwiesen. Warum? Das kann ich euch beantworten - heute kann ich das. Weil ich Angst hatte. Pure Angst. Panik. Davor verurteilt zu werden. Ganz einfach, weil ich mich jahrelang selbst verurteilt habe. Weil ich mich jahrelang schlecht gemacht habe. Mich nie für gut genug gehalten habe. Immer etwas an mir zu nörgeln hatte. Immer unzufrieden war. Ich habe nie öffentlich via Facebook - dort wo die Menschen sind, die mich aus dem realem Leben kennen - auf meinen Blog verwiesen. Warum? Weil ich nie abgeschlossen habe - nie - bis heute. Heute ist es ok - ich bin ok. Heute ist es mir egal was ihr darüber denkt. Ob sich euer Bild über mich ändert oder nicht. So oder so - es ist ok - es ist mir egal. Denn das hier - das bin ich.

Denn heute ist das anders. Heute bin ich anders. Heute bin ich vielleicht zum erstem mal wirklich ich. Der Mensch der ich schon immer war. Denn heute stehe ich hier - Kopf hoch - und zeige euch alles. Lest es oder lasst es sein. Darauf kommt es nicht mehr an - denn heute habe ich alles was ich brauche. Heute habe ich dieses Selbstvertrauen, dass mich nach oben trägt - mich dort hält. Ganz egal was kommt. Heute habe ich verstanden, dass es kein Blut ist was verbindet. Heute habe ich verstanden, dass keine Diagnose darüber entscheidet wie ich mich fühle - sondern ich. Heute weiß ich, dass ich entscheide. Ich allein. Denn ich habe die Wahl - kann tun was ich will. Auf meinen Bauch hören - vernünftig sein - alles gewinnen - alles verlieren - ganz egal - aber es ist meine Wahl.

& ich muss mir keine Vorwürfe machen...

... dafür, dass ich keinen Kontakt zu den Menschen habe die durch Blut mit mir verbunden sind.
... dafür, dass ich unter Anpassungsstörungen leide.
... dafür, dass ich 5 Jahre lang sexuell missbraucht wurde.
... dafür, dass ich unter posttraumatischen Belastungsstörungen leide.
... dafür, dass ich viele Jahre unter Depressionen litt.
... dafür, dass ich lange Anti Depressiva genommen habe.

Ich muss mir keine Vorwürfe machen. Das war mein Leben. Bisher. Ich war ganz unten - so oft. Obwohl ich erst 25 bin. Leid hat nichts mit dem Alter zu tun. Ich wurde animiert liegen zu bleiben - am Boden- von Bekannten - Familie - Ärzten - dem Leben. Bleib liegen - stell dich nicht der Gefahr - pass dich an - mach es dir nicht so schwer. Gib nach. Sei vernünftig. Gib auf. & nein, nein - niemals! Denn den leichten Weg kann jeder wählen. Den Kopf in den Sand stecken - täglich zweifeln - sich beschweren doch nie etwas ändern - träumen aber niemals handeln - nörgeln - liegen bleiben - bewegungslos - das kann jeder! Das ist bequem und ja, dass ist menschlich. Aber - ich wollte. Ich werde immer wollen. Denn ich muss mir keine Vorwürfe machen. Das war mein Leben. Bisher. Ich war ganz weit unten - so oft. Doch vielleicht musste ich fallen - vielleicht musste ich mich verlieren. Musste mich verlieren um mich endlich finden zu können.
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& heute weiß ich es gibt soviel mehr als mein Leid. Heute weiß ich, dass das Leben ein Wunder ist. Heute weiß ich, dass die Sonne jeden Tag wieder aufgehen wird und das es jeden Morgen aufs neue meine Entscheidung ist zurück zu strahlen. Heute bin ich frei - auf meine Art.

All jene Beiträge auf diesem Blog sind nicht für jeden von euch neu. Viele wissen was los ist - wissen es seit Jahren und begleiten mich auf diesem Weg. Dafür einmal danke - so ganz nebenbei - danke für alles Caro, Melissa, Helena, Christin, Elly, Karolin, Diana- dafür, dass ihr in der wirklich schlimmsten Zeit meines Lebens da wart. & naja würde ich den folgenden Namen nicht erwähnen - Tobias wäre ich wohl ein Heuchler.. Danke dafür, dass du all diese Jahre aktiv meine Hand gehalten hast. Danke an Pia dafür, dass du mich zum bisher schwersten Termin meines Lebenes begleitet hast - Danke, dass du Stunden lang gewartet hast. & ein ganz großes Danke an euch - Kathrin, Catharina, Joana, Diana, Janine, Dani & Verena - fürs pushen - fürs all meinen Müll anhören - immer und immer wieder. Euch allen. Danke! <3

Worauf ich hinaus will - dank vieler verschiedener Einflüsse hatte ich jahrelang das Gefühl etwas verstecken zu müssen - und ja das hat aufgehört - Schritt für Schritt. Doch wieso nicht den großen Sprung wagen? Wieso nicht ganz offen sein - sich hinstellen und sagen - das hier - das bin ich.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Ich bin dankbar

& eine Sache hat mir geholfen. Ein paar Worte. Ein paar Worte von dir. Mein Vorbild. Jeder hat sowas. Jemanden zu dem man aufsehen kann. Mit dem man vielleicht nicht immer einer Meinung ist - aber der einen in seinen Bann zieht. Einfach so. & ja du hast mir schon so oft geholfen. Deine Worte - deine Ausstrahlung. & ja dank dir sehe ich, dass ich leben kann / darf / kann. Durch dich sehe ich nach vorne. Du motivierst - ziehst mich mit. Mein Vorbild.

& mal wieder hast du mir geholfen. Hast mir diese Gedanken in den Kopf gesetzt. Man kann sich nicht aussuchen was einem passiert - man kann nicht alles beeinflussen. Aber es gibt eine Sache, die man sich immer aussuchen kann - worauf man immer Einfluss hat. Auf die eigene Haltung. Man kann sich immer aussuchen wie man reagiert. Wie man mit Situationen umgeht. Mit den guten und jenen die einen die Tränen in die Augen treiben.

Ich bin dankbar.

Ich bin dankbar - für meine Gesundheit. Trotz dessen mein Imunsystem mich öfters im Stich lässt und ich bereits oft im Krankenhaus lag ist mein Körper gesund. Ich verspüre keine chronischen Schmerzen - ich bin jedesmal aufs neue geheilt worden. Ich kann laufen. Ich kann mit meinen Händen greifen. Ich kann selbstständig atmen. Ich kann ohne fremde Hilfe essen. Mich alleine anziehen. Ich kann sehen auch wenn mir meine Brille einen gewissen HD Moment beschert so sehe ich doch alles klar und deutlich. Ich kann hören und bin fähig all meine Gedanken in Worte zu fassen.

Ich bin dankbar für meine Schwester. & ja, das weiß jeder. Die einziege Liebe um die ich nie drum herum reden würde. Ich bin dankbar für den wertvollsten Menschen auf dieser Erde. & nein, ich finde keine Worte für dich. Einfach weil du zu besonders bist. Einfach, weil ich dich nie aufgeben würde. Einfach, weil du dein Herz am rechten Fleck hast. Ich bin dankbar für meine Schwester - dankbar dafür, dass wir uns die Vergangenheit nicht nachtragen. Dankbar dafür, dass wir immer was zu lachen haben. Dafür, dass ich ihr alles sagen kann. Dafür, dass sie stark für mich ist - wenn ich es mal wieder nicht schaffe, Dafür, dass ich neben ihr ich sein kann - so sehr wie bei niemandem sonst. Ich bin dankbar für meine Schwester - das beste was mein Leben zu bieten hat.

Ich bin dankbar - für meine Familie. Und bevor sich all jene von euch die mich wirklich kennen jetzt fragen was da los ist - kleine Erklärung. Ich rede hier von niemanden der durch Gene oder Blut mit mir verbunden sein sollte. Ich rede von euch. Von dir dir und dir. Von meinen Freunden. Von der Familie die ich mir selbst augesucht habe. Und ja ich weiß das klingt wie ein Klischee - doch ihr wisst, dass ich all das hier auch so meine. Ihr wisst, dass ihr alle etwas ganz besonderes für mich seid. Ihr wisst, dass ich genau jetzt Tränen in den Augen habe - einfach weil das Wort Freunde nicht im geringsten beschreibt was ihr im Grunde für mich seid. Meine Weggefährten, meine Leidensgenossen, meine Motivator, meine größten Kritiker, die die mich wieder nach oben ziehen, die für die ich alles tun und alles sein würde. Ich bin mehr als dankbar euch meine Freunde nennen zu dürfen.

Ich bin dankbar - für all diese Erinnerungen. Für jeden Gedankenfetzen der nicht mehr aus meinem Kopf verschwindet. Für all diese Gespräche für die es sich zu leben lohnt. Für jedes mal weinen vor lachen - in genau diesen Momenten die für immer unvergessen sein werden.

Ich bin dankbar - dafür, dass ich das Glück hatte die beste Ausbildung der Welt zu absolvieren. Nicht etwa wegen des Berufes - nein - sondern wegen ihr - wegen einer Mentorin. Einer Lehrerin - einer für mich ganz besonderen Frau. Ich bin unsagbar dankbar dafür sie kennengelernt zu haben. Denn ohne Sie wäre ich nicht der Mensch der ich heute bin - ohne Sie wäre ich noch immer eine graue Maus. Ohne Sie hätte ich nie ausgesprochen was solange unausgesprochen war. Ohne Sie wäre ich eingegangen. Ohne Sie hätte ich nie den Mut gefunden.

Ich bin dankbar - für meinen Ehemann. Und ja auch wenn wir nicht mehr zusammen sind. Wenn wir nun jeder unseren eignen Weg gehen - bin ich dankbar für die Zeit in der du ein Teil meines Lebens warst. Bin dankbar für jede Nacht in der du mit mir wachgeblieben bist. Bin dankbar für jeden Tag an dem du mich nicht losgelassen hast. Mich im Arm gehalten hast - jedesmal wenn meine Beine nachgegeben haben und ich zu Boden gesunken bin. Ich bin dankbar für all die Therapiestunden zu dennen du mich begleitet hast. Ich bin dankbar dafür, dass du immer etwas mehr in mir gesehen hast. Bin dankbar dafür, dass du all das mit ausgehalten hast. Bin dankbar dafür, dass du im Stande warst mich zu lieben - trotz all diesen Macken.

Ich bin dankbar - für meine Umschulung. Ich weiß das dieser Gang nicht selbstverständlich ist. Ich weiß, dass alles unfassbar glatt gelaufen ist. Gesprächstherapie, Traumatherapie, Reha sofort genehmigt - Umschulung finanziert bekommen. Ich weiß, dass viele andere nicht dieses Glück haben. Das viele im System untergehen, dass ihnen nicht geholfen wird.

Ich bin dankbar - für meinen Job. Einfach weil er mich bereichert. Mich ausfüllt - mir soviel gibt. Weil ich viel dankbarer bin als die Menschen denen ich helfe. Weil sie mir so unfassbar viel geben - ganz ohne, dass es ihre Absicht ist. Ich bin dankbar für meinen Job. Für diese Chance ganz einfach weil die Chefetage von all dem hier weiß. Von meiner Krankheit, meinen Selbstzweifeln - alles halt. Es aktzeptiert und hinnimmt. Mich fördert und machen lässt. Mir zeigt, dass ich sehr wohl kann wenn ich will. Mir halt und Unterstützung bietet.

ICH BIN DANKBAR.

Dankbar für dieses außergewöhnliche Leben.

Sonntag, 5. Juni 2016

Ich mach mich selber krank

Hallo Frau König
Sie leiden an Depressionen.
Sie leiden an Panikattacken.
Sie leiden an Anpassungsstörungen.
Hier ihre Medikamente - die brauchen sie jetzt.

Nicht ganz so - & doch im Grunde war es so. Mir ging es so schlecht - so lange. Viele Stunden, Tage, Monate und ja sogar Jahre. Trotzdessen ich den Schein immer gewahrt habe. Immer gelacht habe - es zurückgehalten habe. Keiner sollte etwas sehen. Keiner hat etwas gesehen. Trotzdessen ging es mir immer schlecht. Jede Stunde. Jeden Tag, Jeden Monat und ja all diese Jahre.
All diese Jahre in denen ich nicht verstand was mit mir nicht stimmt. All diese Jahre in denen ich meine Kindheit verdrängt habe. Sie vergessen habe. In all dieser Zeit - wo ich all die Angst, Trauer, Unsicherheit und Wut nicht zuordnen konnte. Einfach weil mein Kopf es mich hatte vergessen lassen. Selbstschutz.

Wenn Menschen etwas nicht verstehen, etwas nicht nachvollziehen können - einfach weil sie es nicht spüren - es nicht erlebt haben / nie erleben mussten - dann geben sie diesen Dingen einen Namen. Geben ihnen einen Namen - um mitreden zu können. Vielleicht damit sie es verstehen können - vielleicht damit sie urteilen können und vielleicht wegen etwas ganz anderem.

Nicht ganz so wie oben beschrieben erging es mir. Etwas stimmte nicht mir. Das war mir bewusst. Das habe ich immer gewusst. Gespürt. & doch war es ein Schock. Auch nach all den Therapien, jeder Stunde - die Besuche bei der Selbsthilfegruppe - hätte ich nicht damit gerechnet. Hätte niemals gedacht, dass es so um micht steht. Das andere meine Situation so einschätzen.

Und rückblickend kann ich euch eins sagen - mit absoluter Sicherheit. Sie hatten unrecht!

Heute ist mir das klar - ich zweifle nicht an all ihren fachkundigen Worten - den Analysen, den Protokollen unzähliger Gesprächstherapien, den psychologischen Gutachten - aber ich zweifle daran, dass es so kommen musste. Ich zweifle daran.. und ich bin überzeugt davon, dass wenn es unausgesprochen gebleiben wäre.. heute alles anders wäre. Was ich damit meine? Hätte mir nie jemand gesagt wie es mir geht - wäre es mir nicht so ergangen. So schlecht. Ich hätte nicht jede freie Minute daran verschwendet über all das nachzudenken. Daran zu denken was alles verkehrt läuft. Was mit mir nicht stimmt. Denn eins kann ich mit Sicherheit sagen - all die Therapien und auch die Klinik haben mir nicht geholfen - die Klinik vielleicht, anders - aber im Grunde nicht. Es hat mir nichts gebracht - nichts als Schmerz und Kummer. Selbstzweifel und immer mehr Hass - Hass gegen mich selber. Denn mit jedem Gespräch verstand ich mich weniger. "Was denken sie wieso das so ist" & verdammt nochmal ich weiß es heute - es ist wegen euch. Wegen all diesen Menschen die mir sagen wollten was nicht ok ist. Wieso ich nicht ok bin - so wie ich bin. Wieso ich krank bin - wieso ich krank sein muss. Heute weiß ich - ich habe mich selber krank gemacht.

Denn ich selbst war all die Jahre mein größter Feind. Habe mir nach jedem Sonnenstrahl wieder selbst ein Bein gestellt - denn so wurde es mir gesagt - mir müsste es ja schlecht gehen. Mit etwas anderem habe ich nicht mehr gerechnet. Habe mich einfach damit abgefunden. Ich war immer mein Feind - all die Jahre - habe alles was mich im Spiegel ansah gehasst - zutiefst. Jedes Wort das aus meinem Mund kam - jede Tat - einfach alles. Also tat ich was man von mir erwartete ich schaufelte mir meine eigene Grube - drückte mich in sie hinein - und blieb liegen. Ich hab mir selbst Angst gemacht - mir immer wieder gesagt, dass ich liegen bleiben müsste - denn ich bin ja krank. Ich habe mich selbst krank gemacht - habe einfach auf das aufgebaut was Therapeuten mir sagten. & nein, all diese Menschen trifft keine Schuld - das weiß ich - denn ich selbst bin mein größter Feind. Ich selbst habe mir gesagt, dass es jetzt so sein muss... Doch anstatt jedesmal über die Vergangenheit und über das was ich nicht mehr ändern kann zu sprechen - hätten wir einmal ansprechen sollen was zählt - wie ich es schaffe zu gewinnen - gegen mich.

Denn darauf kommt es an. Vielleicht ist es nicht wichtig der Gewinner zu sein. Vielleicht ist es nicht wichtig mehr sonnige als bewölkte Tage zu erleben - aber mit sich selbst im reinen zu sein - als Basis um dieses Leben - DEIN LEBEN - zu lieben und zu schätzen ´darauf kommt es an. Das ist wichtig. 

Samstag, 4. Juni 2016

Ich will nie wieder weinen - nicht wegen ihm.

Depressionen. Panikattacken und Anpassungsstörungen. Über 4 Jahre Therapie. Keine Besserung. Deswegen habe ich diesen Blog gegründet. Um aufzuräumen. Um reinen Tisch zu machen. Um zu leben. Endlich. Für mich.
& ich habe über vieles geschrieben - über vieles nachgedacht - soviele Stunden investiert - vieles offenbart. Meine Diagnosen, Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen, Panikattacken, Anpassungsstörungen, meine Gefühle und Gedanken, den sexuellen Missbrauch - das alles. Aber über eine Sache habe ich noch nie ein Wort verloren. Ein Tabu - Thema für mich. Diese eine Sache - die meine Freunde zwar wissen - doch über die ich nie mit jemandem rede. Über die ich nie wirklich mit jemanden geredet habe. Weil ich es nicht kann - ich es nicht aushalte. Und ja, alleine der Gedanke an das was ich hier versuche zu tun lässt meine Augen brennen. Lässt mich weinen. Meine Hände verkrampfen sich. Doch ich schreibe weiter. Irgendwann muss halt alles mal raus.

Um ehrlich zu sein finde ich keinen Anfang. Ich muss ein wenig schmunzeln. Einfach weil mir doch schon so oft gesagt wurde, dass ich das hier ganz gut kann. Ganz gut schreiben kann. Ich immer die richtigen Worte finde. Mein kleines Talent. Doch wie sollte ich es schaffen schöne Worte zu finden - etwas das gut ist - etwas das man gerne liest. Und nun sitze ich hier - starre auf mein Notebook und finde keine Worte. Finde nichts und schreibe deswegen einfach drauf los.

Worum es geht? Um ein kleines Mädchen. Um ein kleines Mädchen das nichts wollte - nichts erwartet hat. Um ein kleines Mädchen das nichts weiter wollte als geliebt zu werden. Worum es geht? Es geht darum, dass ein Herz es vielleicht einfach nicht schaffen kann geheilt zu werden.
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Eine Frau liegt im Krankenhaus. 72 Stunden liegt sie in den Wehen. 1991. Ihr Mann ist nicht da. Er ist nicht für sie da. Hat es nicht geschafft. Den Grund hierfür kenne ich nicht. Sie bekommt ein Kind. Ein kleines Mädchen. & als sie da war - das Licht der Welt erblickt hat. Da kam er - ihr Vater. Er kam ins Krankenhaus. Betrachtete sie - die Babystation. Das kleine Mädchen, dass zwischen mehreren kleinen Jungen lag. Alles Baby´s - rein, bereit ihr Leben zu beginnen. Bereit dafür geliebt zu werden. Ein kleines Mädchen. & als sie da war - das Licht der Welt erblickt hat. Da kam er - ihr Vater. Er kam ins Krankenhaus. Betrachtete sie - die Babystation. "Der ist aber süß" & völlig geschockt sah die Frau zu ihrem Mann herüber. "Das ist deine Tochter" Stille kein Wort - einfach nur Stille. Er betrachtete sie. & für die folgenden Worte lege ich meine Hand nicht ins Feuer. Doch genau das ist es was er gesagt haben soll. Dieser Mann. Dieser Vater. "Wieso ist das denn kein Junge geworden"

3 Jahre später. 1994.. sie sind noch immer ein Paar. Aus Liebe? Wegen des Kindes? Keine Ahnung. Zwischen ihnen ein kleines Mädchen. Ob sie es ist die die beiden zusammen hällt? Wohl kaum. Denn der Mann - er ging. Wollte in die Welt - wollte etwas erreichen. Studieren - Ehre - Ruhm - wollte all dies - sah in die Augen seines Mädchens - und ging. Ging und kam nie wieder. Verschwand.

15 Jahre später. 2009..ein Brief. Das kleine Mädchen, dass gar nicht mehr so klein war. Einen Brief in der Hand. Den Absender gelesen und den Tränen nah. Weinend saß sie auf dem Bett. Zusammengekauert. Ohne den Inhalt zu kennen. Und sie weinte. zitterete. Ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben. Die Angst zu groß - doch wovor? Angst vor der Wahrheit? Angst vor noch mehr Enttäuschung? Angst ...
Den Brief geöffnet - gelesen - fest umklammert - nah ans Herz gepresst. Gelesen wieder und wieder - nicht aus den Händen gegeben - nah ans Herz gepresst. Bis jedes Wort aufgesogen war. Um all dies nie mehr zu vergessen. & doch die Tränen verschwinden nicht. Was drin stand? Wunderschöne Worte, Versprechungen ein es tut mir Leid - doch die Tränen verschwinden nicht. Sie weint weiter - einfach aus Erfahrung. Weil sie die Lüge erkannte - jedes Wort in sich aufnahm & doch wusste, dass es nichts ändern würde.
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 Natürlich könnte ich all das jetzt ausschmücken - euch mehr Einzelheiten erzählen und und und aber nein das tue ich nicht - das brauche ich nicht - einfach weil ihr es ja doch nicht verstehen könntet - zum Glück - denn ich wünsche genau das niemandem. Niemandem wünsche ich diesen Schmerz. Diesen Urschmerz - worauf alles beruht. All die Unsicherheit, all die Komplexe, Ängste, all der Schmerz.

Ich kann es nicht beschreiben - doch alleine die Tatsache, dass ich für diesen Beitrag knapp 2 Wochen gebraucht habe - einfach aus Unfähigkeit all das in Worte zu fassen - spricht meiner Meinung nach Bände.. Ich kann es nicht beschreiben - und doch - ungefähr so. Es ist ein tiefer Schmerz.. ich denke es ist das schlimmste Gefühl, dass ich jeh kennen lernen musste. Ganz einfach weil ich komplett unfähig bin etwas dagegen zu unternehmen. Machtlos. Ich habe nicht die Reichweite um etwas daran zu ändern. Nicht die Macht. Keine Macht darüber die Entscheidungen meines Vaters zu beeinflussen. Keine Macht - keine Chance. Mein Vater will mich nicht - seine Tochter. Mir dies einzugestehen erfodert Kraft - es erschöpft mich. Die letzen Jahre haben geschlaucht - mich nach unten gedrückt immer und immer wieder. Rückblickend. Jeder Geburtstag, jedes Weihnachtsfest und jeder Vatertag hat Salz in die Wunde geschüttet. Literweise. & ohne es zu wollen muss ich schon wieder weinen - doch ich will es nicht - ich will nie wieder weinen - nicht wegen ihm. Denn genauso wie ich keine Macht über ihn habe - soll er auch keine über mich besitzen.

Aber über eine Sache habe ich noch nie ein Wort verloren. Diese eine Sache - die meine Freunde zwar wissen - doch über die ich nie mit jemandem rede. Über die ich nie wirklich mit jemanden geredet habe. Weil ich es nicht kann - ich es nicht aushalte. Und ja, alleine der Gedanke an das was ich hier versuche zu tun lässt meine Augen brennen. Lässt mich weinen. Meine Hände verkrampfen sich. Doch ich schreibe weiter. Irgendwann muss halt alles mal raus.

Ja, das hier ist es. Deswegen fällt es mir so schwer zu vertrauen - insbesondere Männern. Aber was soll ich sagen - wie soll man das vergessen? Wie sollte man es schaffen all das erlebte nicht zu verinnerlichen & ja ich weiß, dass ist unfair und falsch und dumm. Aber es ist in mir. Noch immer - nach all diesen Jahren. Ja, das hier ist es - der erste Mann, der mich hätte lieben sollen hat es nicht - tut es nicht & wird es wahrscheinlich nie. Und nein das ist nicht ok - und nein damit komme ich nicht zurecht - egal wie cool ich tue. Denn ja da habt ihr ihn meinen Wunden Punkt - heute mache ich mich mal angreifbar..

& wieso tue ich das?
Was erhoffe ich mir davon?
Hilfe? Mitleid?

NEIN!

Ich erhoffe mir nichts - nichts außer Frieden - Frieden mit mir selbst. Denn es ist nicht meine Schuld, nein, ein Baby - ein kleines Kind - eine 3-jährige Tochter hat beim letztem Abschied keine Schuld - kann nichts falsch gemacht haben - fordert nichts ein - nichts bis auf ein Herz voll Liebe. Ich will abschließen - meine Vergangenheit hinter mir lassen - es nicht mehr an mich heran lassen - dieser einen Sache nicht mehr die Macht über mich geben. Ihm keine Nacht über mich geben. Vielleicht liegt das ja am Alter - man wird reifer. Denn es ist nicht er der mich runterzieht - nein denn er ist nicht hier - war nie hier - hat mich nie aktiv nach unten gedrückt - ganz im Gegenteil - das war ich. Ich wollte nie aufgeben - wollte ihn ändern, die Situation - einfach alles. Ich wollte ihn ändern - doch heute da weiß ich, dass das nicht in meiner Macht liegt. Nicht als Mensch. Nichts als Tochter und nun nach all den Jahren weiß ich es endlich - nun sehe ich es endlich ein. Heute weiß ich, dass es ok ist. Heute weiß ich, dass es nicht meine Schuld ist. Ich muss mich nicht schlecht machen .. bin sicher nicht weniger wert - und brauche ihn nicht. Kann glücklich sein - auch ohne ihn. Ohne Vater.

& doch eins gebe ich zu - ich würde ihm gerne einmal in die Augen sehen - einmal - ihn anlächeln und sagen, dass ich ihn nun nicht mehr will - nicht an meiner Seite, nicht in meinem Leben.  Denn mein Leben geht weiter - hier ist noch lange nicht Schluss..

Mittwoch, 25. Mai 2016

die erste Liebe

& ja, ich weiß das alles noch ganz genau. Jede Einzelheit. Jedes Detail. Weiß wie ich damals im Zug saß. Total aufgedreht, überdreht. Wenn die Stimme sich überschlägt und das Herz rast wie wild. Eine Station nach der anderen - dir mit jeder Minute ein Stück näher. Weiß wie all das sich anfühlt - weiß das wegen dir. Eine Freundin neben mir. Hand in Hand - wie wollten die Liebe kennen lernen. & rückblickend muss ich schmunzeln. Schmunzeln, weil das mit dir soviel mehr war. Denn wenn ich ein Gefühl kennengelernt habe, dann jenes wie es ist einen Menschen mehr zu lieben als sich selbst. Wenn das Herz sich öffnet - man braucht hier keinen Schlüssel - keine Hass, kein Zweifel - nur Liebe.

Der erste Blick - so ganz in live. Keine Fotos, kein ICQ, kein Zentimeter der noch zwischen uns stand. Der erste Blick - die erste Liebe. Erinnere mich an alles. Jeder noch so kleine Teil deines Gesichtes hat sich eingeprägt. In Stein gehauen. Eingraviert. Im Auto - zusammen - du & ich - die Rückbank gehörte uns. So nah aneinander - & meine Güte waren wir jung. 13 oder 14. Kinder - die sich nicht wie Kinder fühlen wollten - es nicht konnten.

& auch wenn ich nie richtig Kind war - war das neben dir anders. Zumindest ein wenig. Doch dieses wenig hat mir gereicht - hätte mir ewig gereicht. Denn neben dir war es anders. Neben dir habe ich mich leicht gefühlt. Unbeschwert. Federleicht. Geborgen und selbst in diesem jungem Alter angekommen. & ja - ich muss selber lachen während ich das schreib. Muss über mich schmunzeln - wie erwachsen das doch klingt. Muss über dich schmunzeln, deine Art, dein Wesen. Muss zurückdenken an unser erstes Auf wiedersehen - die Entfernung zu groß - und wir einfach zu jung. Viel zu jung für sowas großes - denn ja für mich warst du das Größte! Viel zu jung um über die Entfernung hinwegzusehen. Zu jung um zu begreifen, was man eigentlich am anderen hat und viel zu naiv - den Gedanken fest umklammert, dass alles auf ewig so bleiben wird.

Die erste Liebe - und ja die bleibt ewig. Die erste Liebe - und nein niemand könnte deinen Platz einnehmen.

Ohja - manchmal bereue ich meine Dummheit. Bereue, dass ich nicht mehr gezeigt habe wie viel du mir eigentlich bedeutest. Bereue es dir nie gesagt zu haben, dass du der Typ "ohne den kann ich nicht leben" bist. Denn in dir musste ich keine Liebe suchen - musste keine kleinen Macken an dir suchen die ich lieben könnt - denn du warst ein Gesamtpaket - ganz und gar perfekt - zumindest für mich. & wieder muss ich lachen - denn auch wenn du das gerne hören würdest ganz so perfekt bist du nicht - außer vielleicht ein wenig - zumindest für mich. Denn wir waren alles - Freunde, Komplizen, Liebhaber und ab und an auch Fremde.

Doch viel mehr als das ich etwas bereue - bin ich glücklich. Glücklich über die Zeit in der du mein warst. Glücklich darüber wie echt mein Lachen war - jedesmal wenn ich in deinem Arm lag. Glücklich darüber wie viel Spaß ich mit haben konnte - trotz allem was kurz bevor wir uns kennen gelernt haben geschah. & all dieser Spaß - mit dir - der war echt - ich musste nie etwas vortäuschen. Keinen Spaß - keine Liebe - es war nie vorgespielt. Es war Liebe. Etwas besonderes. Alles umfassendes. Einnehmendes. Doch irgendwann da endet vielleicht wirklich alles. Auch die erste große Liebe.

& anfangs da war es schwer.
Niemals werde ich über ihn hinwegkommen - niemals. Das waren meine Gedanken, meine Worte für eine sehr lange Zeit. Gerade einmal 18 Jahre alt. Ich war verzweifelt, ganz egal wo ich war. Ob in meinem Zimmer, beim Abendessen, in der Schule, Ausbildung, unter Freunden - ich war verzweifelt. Die Tränen wollten nicht aufhören - sie flossen mir über die Wangen - brannten - doch auch sie konnten all die Liebe, all den Schmerz nicht einfach wegspülen. & alle sagten sie mir es würde besser werden - es würde leichter werden. Vielleicht meinten sie es so - waren davon überzeugt - doch heute weiß ich, dass sie alle keine Ahnung hatten. Heute weiß ich, dass es nicht besser wird. Es wird schwerer - weil mir mit jedem Tag mehr bewusst wurde - mehr bewusst wurde was ich eigentlich verloren hatte. Weil ich wusste, dass alles was wir davor hatten so wunderbar war. So leicht. So unbeschwert. Dieser Schmerz - er ist grausam - unaufhaltsam, er laugt aus, er verändert - er hat mich verändert. & auch wenn da immer ein Stechen bleibt - immer wenn man denkt "was wäre wenn" - kommt man darüber hinweg. wirklich.

In Liebe, ich.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Hallo Real Life

Früh am Morgen. Der Wecker klingelt. Ich habe die Augen noch nicht einmal ganz auf - Wecker aus. Augen zu - Augen auf. Hallo Welt. Oder nein - Hallo Handy - guter Freund. Alltagsbegleiter, Langeweilevertreiber. Hallo Welt. Online sein. Erreichbar sein. Dabei sein. Zumindest am Smartphone. Hallo Welt. Online sein. 20 neue Nachrichten bei whats app. Von guten Freunde - doch keine Zeit vernünftig zu antworten - keine Zeit. Weg mit den Zwischenmenschlichen Kontakten. Hallo du feine Online - Welt. Hallo Instagram - Bilder liken von Menschen die ich nicht kenne. Ein Leben beobachten, dass ich nicht führe. Bedacht darauf mehr auf all jene Details zu achten als bei mir selbst. Kommentare bekommen von Menschen die ich nicht kenne, Likes, private Nachrichten - Freude, Glücksgefühle - nebenher eine neue Nachricht. whats app. eine Freundin - keine Zeit. Hallo du feine Online - Welt. Snapchat - hey Leute ich hab was zu erzählen. Kenne hier von knapp 500 Followern nur 20 Stück persönlich - & doch persönlich sind auch all diese Snaps. Was erzählen - was zu sagen haben. Hören was andere zu sagen haben. Mit dabei sein - bescheid wissen. Ein Freund ruft an - ich gehe nicht ran - keine Zeit. Du feine Online - Welt. In der jeder so anders sein will. In der sie alle so gleich sind. Gleiche Bilder - gleiches Licht - die gleiche Perspektive - identische Worte. & doch wollen sie alle anders sein. Du feine Online - Welt. In der nur eins der Wahrheit entspricht. Es geht nicht mehr um das was du bist - nur noch um das was du hast. The End.

Heute vor einer Woche hat es mir gereicht.
Ich habe mich verabschiedet.
Ciao Instagram. Tschüss Snapchat.

Wieso? Weil es mir rein gar nichts gebracht hat. & wieso das eigentlich nicht stimmt berichte ich später. Doch erstmal zum Kern des Ganzem. Instagram fing ganz harmlos an. Für mich - als Hobby. Ich habe es schon immer geliebt zu fotografieren - einfach um Dinge, Menschen und vor allem Momente festhalten zu können. Ich klammer mich gerne fest. Ein Hobby. Schon immer. Hach, ich kenn da jemanden der kann das bezeugen. Ein alter Freund. Von uns gab es 100derte Bilder. & das dieses Hobby mehr eine Sucht war erkennt man wohl daran, dass ich mehr mit diesen Bildern - sie bearbeiten und zu verbreiten - beschäftigt war als mit ihm selbst (haha) Ich klammer mich gerne fest. Instagram fing ganz harmlos an. Es war mir egal. Ein Bild hier. 2-3 Tools später. #hastagwahnsinn und Schwupps bekam man Likes von Menschen die man gar nicht kannte. Begeisterte Menschen die man nie begeistern wollte. Taucht ab. Hallo Online - Welt. Hallo ihr Internet Freunde. Schein Welt. Dort wo alle einander lieben, wo alle die Welt retten wollen, wo alle gesund leben, wo alle ehrlich und loyal sind, wo alle immer die Wahrheit sagen, wo alles so verdammt falsch ist. Zurück zum Wieso - wieso habe ich meinen Instagram Account gelöscht? Ich erzähle euch vom Auslöser - ganz einfach weil eine keine besseren Worte finde als diese Situation. Es war letztes Wochenende - ich war mit zwei Freundinnen verabredet. Verabredet. Zeit miteinander verbringen. Momente teilen. Erinnerungen schaffen. & ich kann es mit Worten gar nicht beschreiben. Finde nichts was ausdrücken könnte wie sehr es mich ankotzt. Wie sehr ich mich selbst ankotze. Ich war verabredet - mit Freundinnen - Menschen die ich in mein Herz geschlossen habe. Doch anstatt die Zeit mit ihnen wirklich voll und ganz zu genießen war mein Kopf woanders. Mein Kopf war bei meinem Handy. War auf Instagram - war auf Snapchat. Das Foto was wir gerade gemacht haben - wann poste ich das? Jetzt gleich? 2-3 hastags? ein #like4like und schon sind einem wieder mehrere hundert Likes sicher. Eigentlich könnten wir auch nochmal snappen.. der GeoButton hier ist so cool und sowieso muss man seine Follower ja auf dem laufendem halten. Ich war verabredet - mit Freundinnen - Menschen die ich in mein Herz geschlossen habe. Doch anstatt die Zeit mit ihnen wirklich voll und ganz zu genießen war mein Kopf woanders. Mein Kopf war bei meinem Handy. War auf Instagram - war auf Snapchat. & ich kann gar nicht oft genug sagen wiesehr ich mich dafür hasse.

Heute vor einer Woche hat es mir gereicht.
Ich habe mich verabschiedet.
Ciao Instagram. Tschüss Snapchat.

Ich könnte jetzt noch viele Worte aneinander reihen. Irgendetwas was schön klingt. Aber im Grunde war´s das. Das war der Grund. Weil diese Online - Welt mich ankotzt. Weil es mich ankotzt, dass ich ein Teil von ihr geworden bin. Weil ich Bilder ins Internet stelle um Menschen zu beeindrucken die ich überhaupt nicht kenne - die mich nicht kenne - denen ich egal bin - die mir egal sind. Weil ich kein Teil einer Welt sein will in der es darum geht was du hast - sei es nun die neuste Designer Tasche oder das perfekte Licht für ein Selfie - ich will, dass es darauf ankommt wer ich bin - nur darauf sollte es jedem von uns ankommen.

Montag, 9. Mai 2016

Life update / ich war weg.

Ou man also eins kann ich euch sagen. & zwar mit ziemlicher Sicherheit. 2016 ist bereits jetzt das turbolenteste Jahr meines bisherigen Lebens. Selten hatte ich soviel um die Ohren, soviel im Kopf, so wenig im Herzen und einfach so unendlich viel zu erledigen.

Ich bin zurück. Ich blogge wieder. Ich will das hier machen. Meins.
Ich bin zurück - aber wieso war ich überhaupt weg? Kein Rückfall keine Sorge - oder vielleicht doch ein wenig - ich weiß es nicht. Ein wenig Angst. Ein wenig am Boden & ganz viele Selbstzweifel. Am zweifeln - über mich selbst und meine Entscheidungen. Ich bin mir nicht sicher. Seit Monaten fällt es mir schwer meine Gefühle in Worte zu fassen. Seit Wochen trage ich dieses Gefühl der Leere mit mir rum. Leere im Kopf, jeder Input flutscht sofort wieder heraus. Leer im Herzen - ich denke das trifft es ganz gut. Deshalb war ich weg - einfach weil ich zwar lachen konnte - und meine Güte haben viele von euch gemerkt wie falsch dieses Lachen war - Freunde, neue Bekannschaften - sie alle haben mich durchschaut. Deshalb war ich weg - einfach weil ich zwar lachen konnte - aber jegliche Emotion fehlte mir. & hey was wäre dieser Blog ohne Emotionen - ohne etwas Echtes (...) 

Ich bin zurück . ich blogge - & ich habe einiges zu erzählen.

Ich bin allein. Endgültig. Ich bin single. Ganz offiziell. Das erste mal seit so langer Zeit. & ich denke, dass ist auch gut so. Ich denke und weiß, dass ich das jetzt mal brauche. Alleine sein - nur für mich. Seit ich ca. 14 Jahre alt war steckte ich ständig in Beziehungen ( was ich nicht bereue ) ! Aber das heißt auch, dass ich mich seit nun knapp 11 Jahren so gut wie dauerhaft von jemand anderem abhängig gemacht habe - mein Glück von jemand anderem abhängig gemacht habe.
Stets hatte ich die Chance gemeinsam in diesen Beziehungen zu wachsen. Gemeinsam - ja richtig. Nur ich allein - nur für mich - bin stehen geblieben.

Ich wohne allein. Bereits seit meinem 18 Lebensjahr hatte ich meine eigneen 4 Wände - aber alleine gewohnt habe ich zuvor noch nie. Nun wohne ich bereits seit etwas mehr als 3 Wochen alleine. Eigene Wohnung. Verantwortung. Alleine putzen, alleine einkaufen, alleine diese doofen Rechnungen bezahlen - ohja für all das brauche ich noch eine Zeit - brauche etwas Zeit um meinen Rythmus zu finden. Doch das kommt mit der Zeit - ganz sicher! Worauf ich hinaus will - ich mache das erste mal in meinem Leben alles alleine - bin für mich selbst verantwortlich. & wisst ihr was? Es fühlt sich toll an! Denn obwohl ich Angst hatte - gleich zu Beginn zu scheitern - fühle ich mich stärker denn jeh.

Ich greife wieder an. Verletzte gibt es aber bisher noch nicht (haha) nein, mal ganz im ernst. Voller Stolz kann ich sagen, dass heute offiziell Tag 1 ist. Ja genau Size Zero - nach meiner ersten erfolgreichen Runde letztes Jahr und insgesamt -30kg in 1,5 Jahren will ich mehr. Ich habe mich die letzten Monate auf meinem bisherigem Erfolg ausgeruht. Mir selbst oft gesagt, dass das jetzt genug sei. Aber wisst ihr was.. das stimmt nicht! Jedenfalls nicht in meinem Fall - denn ich habe für mich erkannt, dass Stillstand eindeutig Rückstand bedeutet. Das bin ich nicht & werde ich nie sein - ich will mehr - ich will abrechnen. Will die nächsten 51 Tage diszipliniert sein. Will mir neue Ziele stecken - hohe Ziele. Nicht nur zum Greifen nah - nein, ich will kämpfen. Ich will. Ich kann & verdammt nochmal ich werde.                           

Ich probiere neues aus. Das mag für euch banal klingen - denn das tut jeder Mensch - so gut wie jeden Tag - aber auf mich traf das ganz und gar nicht zu. Ich war ein Gewohnheitstier - & egal wie sehr es mich angekotzt hat - den Drang es zu ändern hatte - war es unantastbar für mich. Nun ist das anders. Ich probiere - sage nur noch selten nein & versuche mich grundsätzlich auf neue Ideen einzulassen. Egal ob beim Essen (haha) das muss ich euch erzählen.. ich bin so eine Mäkelliese beim Essen! Und habe wirklich nie etwas neues ausprobiert, bis ich eingeladen wurde - komm lass uns Sushi essen gehen! Sushi? Ich? Was? Etwas neues und dann auch noch so krass? Aber hey wer nicht wagt der nicht gewinnt & eins kann ich euch sagen - es lohnt sich mal etwas Mut zu beweisen - denn nun bin ich süchtig! :)

Ich knüpfe neue Kontakte. Jeder der mich kennt schmunzelt nun wohl ein wenig - oder auch ein wenig mehr. Denn meine Grundeinstellung lautete von jeh an " Ich hasse Menschen " aber was soll ich sagen - umso mehr von ihnen ich kennen lerne - umso mehr gefallen sie mir. Große, kleine, dicke, dünne, sportliche, aktive, lustige, ernste, liebenswerte, süße Menschen - es ist mir ganz egal - & im Prinzip ist das eine Lüge - denn keiner von ihnen ist mir egal. Jeder von ihnen bereichert mein Leben - bereichert mich. Der eine mehr der andere weniger - & doch sind sie alle so unfassbar besonders. 

Ich lebe. & ja das habe ich vorher auch.  Habe geatmet. Habe gearbeitet. Dinge in meiner Freizeit unternommen. Habe geliebt - habe all das getan was jeder von uns jeden Tag tut. Nur nicht so intensiv. Und nein, niemals würde ich schlecht über die letzten Jahre sprechen - nie - dann nach wie vor bereue ich nichts - und doch sehe ich, dass ich nur zur Hälfte gelebt habe. Das ich nicht vollständig war. Das da etwas in mir war, dass ich nicht raus lassen wollte. Was genau das ist kann ich noch nicht sagen - aber es gefällt mir. Wo ich hin will & wie meine Zukunft geschweige denn der Rest dieses Jahres aussehen wird, dass weiß ich noch nicht. Aber eins weiß ich - ganz genau... ich bin auf dem Weg.

Kristin

Dienstag, 5. April 2016

what is love

In mitten einer Menge. Das Einkaufszentrum. Stehe am Kaffeestand - zusammen mit meinen Freunden- die besten Freunde - nur mal schnell etwas to go. Eine kleine Stärkung . eine Auszeit von all dem TamTam. Der neuste Klatsch. Ich lächle. Meine Freundinnen - ich liebe euch. Ich lächle - lausche euren Worten - beobachte eure Mimik - bis ich kurz abschweife. Wie unhöflich. Doch ab und brauche ich das. Abschalten. Ich hebe meinen Blick. Einen Blick auf die Menge werfen. Mal sehen wer hier sonst noch so ist. Pärrchen. Ältere Leute. Die Alleinerziehende mit quengelnden Kind - die üblichen Cliquen. Nichts besonderes. Alltag. Will meinen Blick wieder auf euch legen - doch plötzlich. Da sehe ich dich. Mein Herz schlägt - intensiver als zuvor. Kann meine Augen nicht von dir nehmen. Wer bist du?


Ich habe mir Gedanken gemacht über die Liebe. Als erstes denke ich es gibt viele Arten um zu lieben. Ich glaube auch wenn man jemanden liebt ist es egal wie man ist, man sollte sich gegenseitig vertrauen und als Team arbeiten. Was mir auch sehr wichtig ist, dass die Person es schafft die Probleme die man hat für ein paar Minuten vergesslich zu machen und das Gefühl gibt alles gemeinsam zu schaffen. - Diana

Liebe ist für mich Geborgenheit, vertrauen, Verbindlichkeit, einander schätzen und natürlich auch Begehren. Nachts wach zu liegen und sich am anderem nicht satt sehen zu können. Wenn der beste Geruch auf der Welt der ist von dem Menschen den du liebst. Sich in den Augen des anderen zu verlieren und alles um dich herum zu vergessen. Zusammen albern sein. Sich benehmen wie Kinder und vor lachen Bauchschmerzen zu bekommen. SIch zu streiten und trotzdem nicht ohne einander zu können. Wenn alles was du brauchst egal an welchem Ort dieser eine Mensch ist. Liebe bedeutet für mich angekommen zu sein. - Helena

Ich glaube Liebe lässt sich nicht definieren. Sie ist kein bestimmtes Gefühl, dass sich beschreiben lässt. Sie ist ein gemisch, aus vielen verschiedenen Emotionen. Wut, Trauer, Freude, Glück, manchmal sogar Hass. Das alles "definiert" die Liebe. Zusammenhalten wenn es schwierig wird & immer alles fureinander geben, dennoch seine eignen Wünsche & Träume realisieren & sich gegenseitig dabei unterstützen. Liebe heißt, den anderen zu verstehen, sich in seine Lage zu versetzen, die Dinge auch mal aus seiner Sicht zu sehen. Sind wi mal ehrlich, das Bauchkribbeln & das Nervör sein vergehen auch schnell wieder.. Was danach kommt DAS definiert die Beziehung & die "Liebe". Liebe auf den ersten Block hale ich für ein Gerücht, dem naive Menschen glauben schenken. Denn Liebe baut sich mit der Zeit erst auf. Aus einer Schwärmerei wird dann ein fester Verbund, der bei manchen Menschen sogar fürs ganze Leben hält. & das wünschen wir uns doch eigentlich alle still & heimlich. - Lara



Was ist Liebe für mich? Keine Frage ist schwieriger unnd leichter zu beantworten. Liebe ist mehr als nur Herzklopfen, mehr als nur das Gefühl von starker Verbundenheit. Liebe gibt dir Halt wo keiner zu sein scheint. Die Liebe zu jemandem gibt dem Leben manchmal erst einen Sinn. Liebe ist wie das Ankommen nach einer langen Reise, Liebe ist wie Heimat. - Marlit




Was ist Liebe? Ich glaube eine kompliziertere Frage kann man nicht stellen- Ich musste viel nachdenken um sie für mich zu "beantworten". Ich glaube, Liebe ist so ein bisschen von allem. Vertrauen, Hingabe, Treue, Humor, Spaß, Freude, das Gefühl nach Hause zu kommen. Herzschmerz, Trauer. Irgendwie so in die Richtung. Liebe kann das wundervollste auf der Welt und zugleich auch das Schrecklichste sein. Ich durfte Gott sei Dank beide Seiten kennenlernen.
Nur wer das Schreckliche erlebt hat weiß, dass Schöne zu schätzen. Ich denke Liebe ist ein Gefühl, dass man selbst mit Tausend Worten nicht beschrieben kann. Man muss sie einfach spüren und fühlen. - Elisa

Liebe.. was ist das überhaupt? Ich deke nicht, dass man Liebe beschreiben kann. Manchen gelingt es sie in Worte zu fassen, die meiner Auffassung von Liebe entsprechen. Letztendlich bedeutet sie aber für jeden etwas anderes. Ich liebe viele Dinge.. Natürlich meinen Bruder, meine Familie und meinen Partner, aber manchmal liebe ich auch mich selbst, den Sonnenschein oder Schoolade. Liebe steht im Zusammenhang mit Fürsorge und Vertrauen. Aber nicht allen geligt es diese drei Dinge zu vereinen, mir manchmal auch nicht. Liebe braucht Pflege. Das ist wohl das wichtigste und man muss sie nichtmal wahrnehmen um sie zu pflegen, denn wer die Liebe einmal gefunden hat, versucht sie auch zu beschützen. - Merle
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 Ich habe euch alle gefragt was Liebe ist. Was es bedeutet - wie es sich anfühlen muss. War vielleicht auch neugierig - wie es sich anfühlen kann - für andere halt ebend. Ganz einfach, weil es mich nicht loslässt. & ja ich denke das ist normal. So ist der Lauf der Dinge. 6 1/2 Jahre Beziehung das fällt nicht einfach so von einem ab - das geht nicht einfach so weg. Soviele Jahre - doch nun allein. So viele Jahre - so viele Fragen. & ja ich denke das ist normal. So ist der Lauf der Dinge. Trennungen. Zweifel. Die wahre Liebe gibt es das? Für euch? Für mich? Für jeden von uns?

Die wahre Liebe - meine wahre Liebe - das bist du. Das wirst du eines Tages sein. Daran glaube ich. Jedesmal wenn mir die Sonne ins Gesicht scheint. Ich sie spüre - die Wärme auf meiner Haut - ich lächeln muss - dann glaube ich daran. Jedes mal wenn ich alleine in meinem Bett sitze - anfange zu zittern - einfach so, weil ich nicht weiß ob mein Leben lebenswert ist - dann glaube ich daran. Jedesmal wenn ich lachen muss - einfach, weil ich all mein Glück im Leben nicht fassen kann - dann glaube ich daran. Jedesmal wenn es anfängt zu regnen - genau dann wenn es mir so ganz und gar nicht passt - dann glaube ich daran. Jedes mal wenn ich wieder in einem Tagtraum versinke, all das graue in der Welt ausblende und kurz in meinen Farbtopf hüpfe - dann glaube ich daran. Daran glaube ich, daran das es sie gibt - die wahre Liebe. Ich glaube daran, dass ich bereit sein werde - bereit dafür jemanden zu lieben  - bereit dafür mich von jemandem lieben zu lassen. & auch wenn ich weiß, dass dieses werde noch nicht jetzt ist - glaube ich daran, dass es geschehen wird. Doch diese Zeit die jetzt kommen wird die werde ich brauchen. Genau das ist mir in den letzten 7 Wochen bewusst geworden. Denn nun denke ich zu glauben was richtig ist - für mich - für keinen anderen. Denn nun denke ich zu glauben was richtig ist - nur an mich denken - das aller erste mal in meinem Leben. Genau das ist mir in den letzten 7 Wochen bewusst geworden. Seither hatte ich jeden Tag eine neue Erkenntnis, die ich am folgendem wieder hinterfrage. Jeden Tag eine neue Erkenntnis über das Leben - über mein Umfeld - über die Liebe - über mich. Und genau so ist es gut - genau so wie es jetzt ist - ist es gut. Auch wenn ich zugebe, dass ich dich schon jetzt gerne bei mir hätte. Dir gerne in die Augen sehen würde - morgens wenn ich aufwache. Mit dir zusammen im Bett liegen bleiben - viel zu lange - obwohl wir wissen, dass wir los müssten. Was solls. Mich in deinen Augen verlieren - meinen Blick nicht von dir nehmen können. Mit dir zusammen leben - nicht unbedingt in einer Wohnung - aber sonst ja. Denn ich gebe zu, dass ich dich schon jetzt gerne bei mir hätte. Mit dir zusammen unter der Dusche stehen - & vor dem Spiegel halt doch immernoch nur Augen füreinander zu haben. Nach einem hartem Tag. Workaholic. Nicht nachhause wollen - nicht an irgendeinen Ort der auf meinem Perso vermerkt ist - sondern zu dir. Weil du zuhause bist. Denn ich gebe zu, dass ich dich schon gerne jetzt bei mir hätte. In deinem Arm liegen - mich geliebt fühlen - zu wissen, dass es nur mich gibt. Begehrt werden - nur ich. Nur ich und du.
Und wir müssen gar nicht gleich sein - NEIN - ich will mein Gegenstück - kein zweites ich. Ich will dich - will mich ergänzen können - will dich bereichern - will mich bereichert fühlen. Will dieses Leben leben - mir dir - glücklich sein - gemeinsam unseren Hobbys nachgehen - Zeit füreinander haben - nicht zwischen 3 anderen Terminen - sondern so voll und ganz. Will allein sein können - weiterhin - es genießen können auch mal ohne dich zu sein - Vertrauen - voll und ganz. Gemeinsam - eins sein. Gemeinsam - frei sein. Ein Wir sein & doch du und ich bleiben. Daran glaube ich. Ich glaube daran, dass es dich gibt. Das es dich so gibt - so wie ich dich brauche - ganz ohne biegen und brechen. Sondern einfach so wie du bist - wie du schon immer warst - genauso so wie ich dich brauche. Die wahre Liebe - meine wahre Liebe - das bist du. Und JA ich glaube an die wahre Liebe und JA ich glaube an dich. Weiß, dass du mich lieben wirst - weiß, dass ich dich lieben werde.

auf ewig dein, irgendwann, In Liebe, Ich.

Sonntag, 27. März 2016

Was ich dir sagen mag

Ein kleines Mädchen so saß sie da. Zusammengekauert. In mitten einer Gruppe. Blickte aus dem Fenster. Ein sonniger Tag. Eigentlich ein Grund zum glücklich sein - so sollte man annehmen. So sollte es sein. 30°C sind es mittlerweile im Raum - ganz sicher. & das wo es doch gerade mal 10Uhr morgens ist. Formt die Lippen und bliest sich die Strähnen aus dem Gesicht. Ihr ist wärmer als all den Anderen. Unsicherheit. Scham. 30°C - ein Raum voller Menschen. Überall Blicke. strafend.verurteilend. Das klicken der Uhr ganz vorne im Raum machte es nur noch unerträglicher. Überall Blicke und all sie scheinen nur auf ihren Schultern zu lasten. Tick Tack. Die Jacke über die Schultern gelegt, den Bauch eingezogen - ja darauf bedacht den Blicken nichts zu schenken. Tick Tack. Keine Angriffsfläche zu geben. Sich bedeckt halten. Tick Tack. 30°C und die Arme sind bedeckt. Lieber leiden. Augen zu und durch. Als auch nur einen Blick mehr auf sich zu ziehen.
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Liebe Kristin aus dem Jahre 2000,

eigentlich bist du gerade erst 9 Jahre alt. Ein kleines Mädchen. Das Leben kommt dir im Moment sicher unglaublich verwirrend vor. Vollgestopft mit viel zu vielen Gedanken und das obwohl du nur einen haben solltest. Obwohl du dich nur mit einer Sache beschäftigen solltest - ein Kind zu sein. Ich weiß du bist verwirrt und verstehst das alles nicht. Ich weiß all das ist schwer. Ein neuer Wohnort - all deine Freunde - deine Familie so weit weg von dir. Du ganz alleine in dieser neuen Stadt. Kleinstadtleben. Das alles ist schwer. Du bist noch ein Kind. & doch kannst du keins sein. Diese Chance wurde dir genommen - wurde dir genommen als du angefasst wurdest - berührt - und ja all das ist falsch. Ich weiß das du das weißt. & ich weiß du hast Angst. Versteht all das nicht. Kennst das nicht. Wolltest doch nur eine Vaterfigur - wolltest geliebt werden. Nähe. Wärme. eine Familie. Doch von all dem hast du nichts bekommen. Stattdessen schenkte das Leben dir Angst, Furcht. & immer wenn Mama sagt, dass sie einkaufen fährt betest du, dass sie dich mitnimmt. Doch du bleibst zuhause. Nicht allein. & oh Gott du bist so stark. Hälst soviel aus. Lässt alles über dich ergehen. Hällst den Mund - und ja heute weiß ich, dass das falsch ist. Aber damals als ich noch du war - da war halt alles anders. Damals - als ich du war - war ich allein. Ich weiß, dass du denkst, dass niemand dich verstehen würde - dich und deine vielen Fragen. & ich weiß du fühlst dich wertlos. Denkst niemand könnte dich jeh lieben - doch du irrst dich. Du wirst geliebt werden - wirst wieder enttäuscht werden - doch du wirst lieben - du wirst leben. & ich weiß du fühlst dich wertlos. Doch glaub mir das liegt nicht an dir. Es liegt an der Art wie die "Großen" mit dir sprechen. Wie sie alles besser wissen und dir nicht einmal die Chance geben auszusprechen was  sie alles falsch machen. Neuer Wohnort. Kleinstadtleben. Vorstadthölle. Ich bin so stolz auf dich.

Liebe Kristin aus dem Jahre 2003,

du bist älter geworden, reifer. Irgendwie musstest du schon immer etwas reifer sein als all die Anderen. Das Kind sein wurde dir teils genommen. Durch die Strenge zu dir selbst hast du sie dir selbst genommen. Wurdest streng zu dir selbst - und doch hast du es nie geschafft so hart zu werden wie du wolltest. Hast deinen weichen Kern behalten. Immer das gute in all Ihnen gesehen. & ich weiß du verstehst es noch immer nicht - nimmst es einfach so hin. Es ist Alltag geworden - du wehrst dich nicht dagegen - & doch hoffst du jeden Tag aufs neue, dass jemand kommt. Dich heraus reißt aus all diesem scheiß. Dir eine Backpfeife verpasst - einmal so richtig. Dich rüttelt und schüttelt - dich anschreit und dir klar macht, dass du dich endlich wehren musst. Doch dazu kam es nicht, ich weiß. Du hast da diese Mauer. Stein auf Stein - Lüge auf Lüge - fein säuberlich erbaut. Nicht weil du eine Lügnerin bist - keine Sorge ich verurteile dich nicht. Das ist deine Mauer - dein Schutzschild - ich weiß, dass du denkst das im Moment nichts auf der Welt wichtiger ist als dein Selbstschutz - ich denke damit hast du recht. Ich denke, dass du all das nur so aushalten kannst. & doch würde ih dir heute zur Wahrheit raten. Aber ich weiß - es geht nicht - noch nicht. Nein, einfach nur, weil du nicht im Stande bist die Wahrheit zu sagen. Den Mut dazu nicht aufbringst. Einfach weil du ihn im Moment noch nicht hast. Aber ich verspreche dir * du wirst den Mut finden * wirst es aussprechen * wirst nicht als Opfer aus dieser Situation treten. Es wird dein Leben sein - & du wirst Mut haben - ihn beweisen - es allen beweisen.

Liebe Kristin aus dem Jahre 2009,

gerade stehst du in deinem Jugendzimmer - packst deine Kisten und bist den Tränen nahe. Gerade einmal 18 Jahre alt. Glaub mir was du gerade tust, ganz egal wie schmerzlich es sich anfühlen mag ist die einzigst richtige Entscheidung. Es wird die beste Entscheidung deines Lebens sein, Du bist traurig und würend und hast das Gefühl des totalen Scheiterns auf allen Ebenen. ( Die 10, Klasse versaut, die erste große Liebe verloren, und von Familie kann noch immer keine Rede sein. ) Aber ich verspreche dir - du irrst dich. Es war nicht deine Schuld. Du bist erst 18 - praktisch noch ein Kind - auch wenn du dich nie wirklich so fühlen durftest. Du bist weder frech noch unerziehbar nein - & ich weiß sie redet dir das ein. & ich weiß wie sehr du dich nach Liebe und Anerkennung sehnst - doch egal was du tun wirst - egal wie sehr du es versuchst. Du wirst in diesem Spiel keinen Punkt mehr bekommen. Wirst die Nase nicht vorne haben. & nein ich sage das nicht, weil ich aufgegeben habe. Ich sage das, weil ich es eingesehen habe. Eingesehen, dass niemand auf der Welt das Recht hat dich klein zu reden. Dir ein schlechtes Gefühl zu geben. Niemand! Auch nicht die eigene Mutter. Auch nicht der eigne Vater. Niemand.

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Liebste Kristin,

dass Wichtigste was ich dir sagen mag. Bleib immer du selbst. Bleib immer immer du. Lass dir von all diesen Menschen nichts sagen. & auch wenn du nie die Gelegenheit hattest wirklich ein Kind zu sein - so behalte diesen Unsinn und all deine Träume für immer in deinem Herzen.



Sonntag, 20. März 2016

Weil es mir nicht egal ist

Ein Gedanke. Eine Träne. Während ich durch das Schlafzimmerfenster nach oben blicke. Bedeckt. Kein Stern ist zu sehen. Kein Stern - kein Funken Hoffnung. Wartend. Egal auf was. Irgendwas. Ein Zeichen. Eine Antwort. Irgendwas, dass all das kommende leichter machen würde. Was mir den richtigen Weg weisen würde. Vergebens. Nichts wird es einfacher machen. Stimmen werden sich erheben. Tränen werden fließen & Herzen werden brechen. & tief in mir da habe ich Angst - Angst eine falsche Entscheidung zu treffen.

Es war ein Auf und Ab mit uns. Ein Gefühlschaos. Als wären wir gefangen in einer Berg und Tal Bahn. So wunderschön ein Tag neben dir sein konnte - so wunderschön, dass niemand ihn durch eine rosa Brille auch nur erahnen konnte. So sehr konnte all jenes auch umschwenken. Umschwenken in Trauer, Wut und Enttäuschung. Ich betrachtete dich immer wieder. Sah in deine Augen und versuchte mir jeden schönen Tag, jede zärtliche Stunde mit dir zurück ins Gedächtnis zu rufen - doch es half nichts. Ich sah dich an - und sah Vorurteile. & ich weiß ich hätte mich vielleicht mehr zusammenreißen müssen. Noch ein wenig mehr kämpfen müssen - für dich, für mich, für uns. Denn mir ist bewusst, dass das worauf wir unseren Blick richten auch mit großer Wahrscheinlichkeit finden werden. & ich weiß, dass es Dinge gibt die gegen meine Entscheidung sprechen.

Vertrautheit.
All diese Jahre ziehen nicht spurlos an einem vorbei. Ziehen nicht spurlos an mir vorbei. Nein, ganz sicher nicht. Du kennst mich. Wenn nicht du wer sonst. Jedes Haar, jede Locke, jede bedacht geglättete Strähne vorbei an meinem Gesicht - herunter bis zu meinen Zehen. Jede Lachfalte - an denen du mitgearbeitet hast.  Jede meiner Eigenheiten. Wie sehr ich Unpünktlichkeit hasse. Wie wichtig mir Loyalität und Vertrauen ist. Worüber ich mich freue & das ich viel mehr auf all diese kleinen Dinge lege. Was wirklich für mich zählt. All meine Vorlieben. Weißt wie ich morgens aussehe. Ohne Lockenstab - ohne Glätteisen - kein Make up. Einfach nur so. Kennst mich ungeschminkt und nackt. Kennst meinen Geruch. Weißt wie sehr ich es hasse beim kochen angefasst zu werden (haha) Kennst meine Schwächen. & ja so kann ich neben dir sein. Ganz ohne Maske. Ganz ohne erforderliche Schauspielkunst. Du kennst mich und ich kenne dich - und ja wir haben eine Menge dieser "hach, weißt du noch Momente" all jene für die sich all das hier gelohnt hat. & ja ich könnte Tage lang nur von dir sprechen. Natürlich denn all das ist mir nicht egal.

Jeder Tag an dem du mir das Gefühl gegeben hast ich wäre SIE. Die eine von Millionen. Die eine für die es sich lohnt alles hinter sich zu lassen. Die eine für die es sich lohnt an sich selbst zu arbeiten. Jeder Tag an dem du mir das Gefühl geschenkt hast, dass ich etwas ganz besonderes bin. Jeder Tag an dem du mir das Gefühl geschenkt hast, dass wir etwas ganz besonderes sind.

sich fremd werden.
& ich weiß nicht was passiert ist. Weiß nicht was mit mir passiert ist - mit uns. Weiß nicht wann der Moment genau war. Ob die Sonne schien oder es aus Eimern goss. Als sich alles um 180° Grad gedreht hat. Wo all dies anfing unreal zu werden. Kann mich nicht daran erinnern ab wann all das was uns ausgemacht hat weniger wurde. Immer mehr verblasste. Bis es weg war. - Als es weg war und ich mir eingestehen musste, dass alles was jetzt kommen würde nur noch unfair wäre. Als ich Nächte lang wach lag - dich beobachtet habe. Mir Vorwürfe gemacht habe - immer und immer wieder. Mich zwingen wollte all jenes von damals wieder zu fühlen. Bis ich einsehen musste, dass ich dazu einfach nicht im Stande bin.

Auch wenn es jetzt schon 4 Wochen sind. Seit 4 Wochen getrennt. Weiß ich noch genau wie es 2009 war - ganz frisch verliebt. Als ich keine rosa Brille gebraucht habe - sondern nur dich. Dein Gesicht. & all die Liebe die du mir gegeben hast.

neu anfangen.
Doch langsam da wache ich auf.
Denn das Leben geht weiter - die Zeit bleibt nicht stehen und all der Kummer wird vergehen. Ganz sicher! Ich werde lachen, weinen und all jene Erfahrungen machen die ich einfach machen muss. Für mich. Für meinen Charakter. Für mein Leben. Um voran zu kommen - denn stehen bleiben will ich nicht - kann ich nicht. & auch wenn in der letzten Zeit alles schwarz weiß erschien - so weiß ich, dass mein Leben wieder bunt werden wird.

ehrlich zu sich selbst sein.
Was wäre hätte ich so weitergemacht? Hätte ich mich weiter eingehüllt - in meine eigene Wolke. Nicht grau - nein, sondern rosa. Jeden Morgen lächelnd vor dem Spiegel stehen und mir sagen, dass doch eig. alles in Ordnung ist. Das alles seine Ordnung hat - und das alles so ist wie es sein sollte. Aber könnte ich wirklich so sehr Sadist sein? Dir weh tun - nur damit es einfacher wäre? Einfacher alles ab diesem Moment allein zu sein.. auf mich gestellt..
Ja, einfacher wäre es..
Aber die Antwort ist klar - nein!

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& auch wenn es nie mehr so vertraut wird wie es war. Glaub mir wenn es einen gegeben hätte für den ich alles hin geschmissen hätte. Meine Sachen gepackt hätte und abgehauen wäre. Dann wärst du es gewesen.
Weil es mir nicht egal ist - weil du mir nie egal sein wirst.

Weil ich die Liebe nie verfluchen - dafür aber alles in positiver Erinnerung behalten werde.


In Liebe, Kristin

Samstag, 5. März 2016

fight

Das schwierigste an all diesen Diagnosen, Anpassungsstörungen, Depressionen, Angstzustände, Panikattacken ist, dass mein ihnen einen Namen gibt. Nichts ist auch nur annähernd so schlimm wie all jene Gedanken die sich um diese Definitionen ranken. Fein säuberlich nachzulesen auf Google und Co. soll so auch der kleine Junge von nebenan begreifen. & doch begreifen sie alle nichts.
Weder einer der Therapeuten mit denen ich sprach, weder meine Familie, nicht meine Freunde. Vielleicht ist es ja nett gemeint. Eine Hand auf die Schulter gelegt - ein paar aufbauende Worte. Doch ohne auch nur ein Wort böse zu meinen muss ich gestehen - es bedeutet nichts.

Das schwierigste an all diesen Diagnosen, Anpassungsstörungen, Depressionen, Panikattacken ist, dass mein ihnen einen Namen gibt. Nichts ist auch nur annähernd so schlimm wie all jene Gedanken die sich um diese Definitionen ranken. Fein säuberlich nachzulesen auf Google und Co. soll so auch der kleine Junge von nebenan begreifen. & doch begreifen sie alle nichts.
Nicht all die Doktoren in den Talkshows, nicht die Menschen die es nie erlebt haben & nicht die Menschen die mit mir sprechen - ganz ohne zu wissen, dass ich halt weiß wie es ist.

" Nicht einmal der Tod ist so schlimm wie eine Vergewaltigung. Wenn du Tod bist, hat dein Leiden ein Ende - es ist vorbei. Wurdest du vergewaltigt trägst du all dies dein Leben lang mit dir herum."
" Menschen denen so etwas widerfahren ist werden nie wieder Glück empfinden."
" Das Leben dieser Leute ist doch jetzt sowieso für die Mülltonne."
" Menschen die so etwas durchlebt haben - können nicht lieben."
All das & vieles mehr sind keinesfalls meine Worte, dies sind Worte von Menschen in meinem Umfeld, Menschen die nicht wissen, dass sie damit mich meinen. Wissen nicht, dass sie mit diesen Worten alles nur noch viel schlimmer machen.

Ich bin ehrlich, ich bin ein Angsthase - & wie!
Ich fürchte mich vor allem.
Ich fürchte mich davor alleine in den Keller zu gehen.
Fürchte mich wenn es klingelt - mache keinem die Tür auf.
Fürchte mich vor der Dunkelheit.
Ich fürchte mich vor Nähe.
Fürchte mich vor anderen Menschen..

& warum? Wegen der Angstzustände? Weil es wirklich so ist? Oder weil eine Definition es so vorschreibt?

Wenn mich jemand berührt zucke ich automatisch zusammen. Ich kann nichts dagegen tun.. Auf diese Worte hätte ich bis vor 2 Wochen geschworen. Hätte für sie meine Hand ins Feuer gelegt und stand zu hundert Prozent hinter dieser Aussage. Doch heute - heute bröckelt dieses Bild. Bröckeln all diese Definitionen.

Vor 2 Wochen nahm mich ein Freund mit - ich saß im Auto - den Blick auf die Straße gerichtet. Musik an - doch nicht eine Strophe nahm ich war.. Ich saß im Auto - die Hände ineinander verschränkt. Ich spürte mein Herz schlagen - nicht nur so ein wenig. Voll und ganz. Es schlug - hämmerte gegen meine Brust. Schmerzen. Zweifel. Was mache ich hier eigentlich? Ich? Ich kann das nicht! Vor 2 Wochen nahm mich ein Freund mit - zum Krav Maga. Kampfsport. Körperkontakt. Ich? Ich kann das nicht. Saßen im Auto und ja es gab die ein oder andere Kurve in der ich gerne ausgestiegen wäre.

Wenn mich jemand berührt zucke ich automatisch zusammen. Ich kann nichts dagegen tun.. Auf diese Worte hätte ich bis vor 2 Wochen geschworen. Hätte für sie meine Hand ins Feuer gelegt und stand zu hundert Prozent hinter dieser Aussage. Doch heute - heute bröckelt dieses Bild. Bröckeln all diese Definitionen.

Angekommen - geh dich umziehen wir treffen uns gleich hiervorne wieder. Klamotten aus - Klamotten an. Rüstung an. Du kannst das nicht - geh einfach nachhause. Das fällt doch gar nicht auf. Schmerzen in der Brust. Angst. Unsicherheit. Ich will das nicht - ich kann das nicht. Aber los - Keiner muss das merken. Schauspielern. Das kann ich doch. Das mache ich doch schon so viele Jahre lang, Also los -  Tür auf - hallo Welt hier bin ich.
22 Leute. 4 junge Frauen. Der Rest Männer - wieso müssen es denn soviele sein. Angst. Meine Brust brennt - ich will hier raus. Sehe dich an - los wärm dich auf - stehe einfach nur da - sehe die Anderen an - nicht auffallen. Es geht los. Line up - alle aufstellen und durchzählen. Aufwärmen. alle zusammen. Schwitzende Körper. Nähe. Du schaust mich an. & ich hasse den Gedanken, dass du mich für stärker hällst als ich sein kann. 22 Leute. 4 junge Frauen. Der Rest Männer. Ich geh jetzt zu den Fortgeschrittenen - viel Spaß dir. WAS? Ich? allein? was soll das? Die Luft ist wie abgeschnitten. Meine Brust brennt. Ich möchte weinen - ich kann das nicht. Atme tief ein -

& plötzlich da macht es klick.

Ich kann. natürlich kann ich das. wieso auch nicht. Wieso sollte hier jemand besser sein als ich. Wie kann ich etwas nicht können was ich nie versucht habe. Kopf hoch. Das Herz wird ruhiger. Ich kann. Ich will. Ich werden.

Leute, ich sage euch - ich habe. Habe es voll und ganz genossen. Habe mich ausgepowert. Habe drausgehauen. Gerannt - mitten durch alle hindurch. Geschlagen - alles muss mal raus. Gelebt. Mich befreit gefühlt. Habe sogar selbst motiviert. Wollte es unbedingt. Wollte es nicht nur - nein konnte es sogar. Trotz all der Angst - alleine da zustehen.. war es genau das was ich so sehr gebraucht habe.

Wenn mich jemand berührt zucke ich automatisch zusammen. Ich kann nichts dagegen tun.. Auf diese Worte hätte ich bis vor 2 Wochen geschworen. Hätte für sie meine Hand ins Feuer gelegt und stand zu hundert Prozent hinter dieser Aussage. Doch heute - heute bröckelt dieses Bild. Bröckeln all diese Definitionen. Doch ab heute - stelle ich meine eigenen Definitionen auf.