Sonntag, 25. Oktober 2015

Können Depressive lieben?

Ich habe mir lange überlegt was ich schreiben soll.
Welche Worte ich euch heute mitgeben möchte. Doch jede Notiz - jeder Gedanke - all die hübsch zusammengelegten Wörter passten nicht. Ich war unzufrieden. Denn ich wollte soviel vermitteln.
Ich klappte meinen Laptop auf - Angst, angespannt - tippte in google.de die Wörter "können Depressive lieben ein" las. und las.

Ich war sauer, stinksauer - ich kochte, lief über, explodierte, konnte es nicht fassen.
Schmiss den Laptop neben mich - wollte nicht mehr über dieses Thema schreiben - musste weinen.
Tränen liefen und liefen - und es hörte nicht auf. Ich war geschockt, konnte nicht atmen - Schnappatmung - meine Brust schmerzte. Wie konnte das sein? Wie konnten Menschen so urteilen?

" Würde ich heraus finden, dass mein Freund depressiv ist würde ich sofort Schluss machen - solche Menschen können keine Liebe empfinden "

" Mir wäre so ein Partner viel zu anstrengend "

" Früher oder später wird das sowieso in die Brüche gehen - mach lieber gleich Schluss "

" Mach dir nichts vor - solche Leute lieben niemanden, nichtmal sich selbst" 

Wie können Menschen so etwas sagen? So herzlos sein? So übertrieben direkt. Festgefahren.
Obwohl all diese Worte nicht an mich gingen, nicht direkt fühlte ich mich angegriffen - hilflos - in die Ecke gedrängt. Was könnte ich schreiben - was könnte ich tun?
Um euch zum umdenken zu verleiten, euch zu überzeugen?
& plötzlich da viel es mir ein.

Ich musste nichts tun. Ich musste nichts beweisen. Ich würde euch einfach die Wahrheit sagen. So wie es ist. So wie es immer war. & wie ich hoffe noch viele Jahre lang so sein wird.
Vielleicht für immer.

Für die Liebe meines Lebens.

Tobias, du und ich - gestern vor genau 6 Jahren.

24.10.2009 - unser Tag - zusammen sein, einenader gefunden.
Soviel mehr als ein Kuss, mehr als eine paar Tage, mehr als nur guter Sex so viel mehr als all das was ich zuvor kannte. Soviel mehr als all das was ich mir jeh erhofft hatte. All das habe ich trotz allem bekommen - denn es stimmt doch - man kann alles haben.

Nach ca. einem halbem Jahr wusstest du alles. Erstaunlich schnell konnte ich mich öffnen dir alles anvertrauen. Jedes Wort verließ meinen Mund - fand Gehör. Jede Träne wurde aufgefangen, weggeküsst. All dem Schlechten wurde Aufmerksamkeit geschenkt doch nie mehr als unbedingt nötig.Und neben all dem Mist den ich mit mir herumschleppte - sah ich das erste mal, was ich zuvor nie wahrnehmen konnte. Ich sah die Last - Last die auch auf deinen Schultern weilte. Nicht nur ich war es die einen Klotz - schwer wie Blei - mit sich herum schleppte. Nein, du auch. Auch du mit deiner charmanten Art, deinem süßem Lächeln hattest etwas das dich stetig begleitete.
Nicht so wie ich - aber nur weil etwas anders ist - ist es nicht besser.
& durch dich habe ich etwas gelernt - habe gelernt, dass jeder etwas hat was er mit sich tragen muss nicht nur ich. Jeder Mensch hat etwas - ein Problem - & das hier ist kein Wettkampf - kein Problem ist schlechter/besser. Keins ist unwichtig und keins lässt sich alleine tragen.

Zusammen gekommen. Ein schlechter Ruf. Ich - viel zu anstrengend.
Du ein Frauenheld.
& keiner hat an uns geglaubt und wenn ich so zurück denke gehörte ich dazu.
Glaubte nicht daran, dass mich jemand will - einfach weil ich bin so wie ich bin.
Nach 2 Wochen zu dir gezogen. Aller erklärten uns für verrückt.
Nach 4 Monaten die erste gemeinsame Wohnung. Das Lästern ließ nicht nach.

Zusammen leben. Ein auf und ab. Ewig. Wie eine Fahrt. Berg und Tal.
& oh Gott wie oft waren wir ganz unten. Waren überfordert. Konnten einander nicht verstehen,
Wie oft haben wir geweint. Wie oft uns in den Armen gelegen. Seufzen. Verzweifelt. Kurz vor dem Aufgeben. Doch wie ein Wunder - wie der Glaube an ein magisches Licht.
Fanden wir immer wieder zueinander. Immer.
Haben uns nie aufgegeben. Geredet, gestritten, geschrien, gelacht, Streit - Versöhnung.
Auf und ab. So lange ging es ab. Ganz unten - Doch dann ganz unverhofft.
Da fanden wir dieses Licht.. erst ein kleiner Strahl dem wir folgen mussten - wir liefen immer weiter. Egal wie holbrig der Weg war. Egal wie groß die Steine waren. Gekämpft - und gewonnen?
Zumindest nie aufgegeben.

Der schlimmste Anstieg, Therapie, 3x mal die Woche.
Therapie, am Ende, geweint, jeden Tag, gegessen aus Frust aus Angst. Panikattacken.
Der Gang zur Polizei. Mein Herz klopfte. Du neben mir - meine Hand in deiner.
Du drückst sie - motivierst mich nicht umzukrehen. Und ich gehe - ich gehe und spreche.
Wir ziehen das durch zusammen.
Gericht - 1,5 Jahre später. Nocheinmal stark sein. Nicht das Opfer sein.
Du bist dabei. Blickst mit in die Augen - blickst ihm in die Augen.
Bleibst ruhig - lässt mich ruhig werden. Dein Herz - es beruhigt meins. Danke.

Danke für jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde - im Streit, beim schreien, beim verzweifeln, beim lachen, beim freuen für den anderen - für einander. Für soviel Liebe, für all dieses Lachen. Diese schönen Momente - magisch. Vertraut. Geliebt. Ich lebe mit dir. Ich liebe dich - durch dich.

Können Depressive lieben? 

JA - können sie!
Können sie, wenn eine Sache gegeben ist.
Auch sie müssen geliebt werden. Nicht mal so nebenbei. Nein, voll und ganz.
Mit Haut und Haaren. Aufopfernd. Mit jeder Faser. Bereit zusammen einen Berg zu erklimmen.
Abzurutschen - ab und zu. Sich festhalten müssen. Festkrallen. Ich will nicht ganz abrutschen.
Nicht ganz nach unten - da will ich nicht wieder hin - nie wieder!
Auch dann wenn alle sagen, dass es nicht machbar ist.
Man kann es schaffen - wir haben es geschafft - 6 Jahre bereits.
& jeder ganz egal ob krank oder nicht hat ein Recht.
Ein Recht darauf glücklich zu sein. In ein anderes Augenpaar zu blicken. Liebe zu sehen.
Vertrautheit. Heimat. Glück. Zuversicht. Licht - eine Zukunft - gemeinsam.

& im Grunde geht es nicht um all diese Meinungen.
Es geht nur um das hier. Um dich und mich.
Nicht darum wie ihr eine perfekte Beziehung definieren würdet.
Sondern darum wie wir das tun.
& auch in die selbe Richtung müssen wir nicht immer blicken NEIN.
Du ein Individum und ich ein Individum - manchmal die Köpfe in andere Richtungen geneigt.
Den Spalt zwischen uns niemals zu groß werden lassen. Uns festhalten.
Ich halte deine Hand. Spüre deine Wärme. Drücke sie fest.

ICH LIEBE DICH!

Ja, ich kann lieben. Ich kann leben, ich kann lachen, ich kann Freude empfinden.
Ja, es gab Zeiten da empfand ich all das nicht. Doch DU - du hast den Spalt zwischen uns nicht zu groß werden lassen. Im letztem Moment hast du meine Hand ergriffen - immer.
Hast uns zusammegehalten - wie Klebstoff. Fester noch. Unzertrennbar. Unverwundbar.
Zusammen.
Ja, ich kann lieben.Ich kann leben, ich kann lachen, ich kann Freude empfinden.
Ja, die Schmerzen sitzen tief. Tief eingebrannt. Feuer rot. Eine Narbe quer übers Herz.
Ein Loch mitten im Herz? Kannst du es füllen? Können wir zusammen die Schmerzen lindern?
Sie heilen?
Ich bin gespannt.
& sollten wir uns trennen. Sollte der Spalt zu groß werden - du kannst mich nicht halten.
Würde ich all die Jahre nicht bereuen. All die schlechten - und die guten Tage. Würde ich nie vergessen. All die Liebe die du mir zukommen ließt.
All die Liebe die ich für dich empfinden konnte.
Ich lebe - Ich liebe.
Ich KANN lieben.

Ich liebe dich, Tobias.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Vielleicht eher das hier.

Wilde Partynächte. Du & Ich und wir alle - gemeinsam durch die Nacht.
Höher, Schneller, Weiter - immer mehr und mehr.
Wir sitzen zusammen - die Musik bereits zu laut.
Wir trinken - die Männer etwas mehr. Wir sitzen im Bad - ein Glas Prosecco in der Hand.
Concealer, Puder und der Lidstrich sitzt - das wird eine gute Nacht.
Lass und anstoßen - Prost - auf die Nacht der Nächte.
Wir ziehen los - der Abend gehört uns.
Warten - rein - rein ins Vergnügen. Ein Coktail bunter als der andere. Regenbogen
Musik .. Lärm?
Die Musik zu laut - und all die schönen Wörter aus deinem Mund - ich kann sie nicht hören.
Die Musik zu laut, die Farben zu grell, die Nacht zu lang.
Zu dunkel.. & vielleicht einfach nichts für mich.
Sie sagen doch - das hier ist cool - das hier macht frei - ok? da bin ich dabei? 


Hallo ihr Lieben - ich hoffe ihr hattet eine tolle Woche.
Meine war leider etwas gepräkt von Stress und Krankheit.
Den Stress brauche ich vielleicht ein wenig - einfach um nicht zu viel nachzudenken /
die Krankheit eher nicht. Kopfweh. Schwindel, dickste Nase - bäh!
Umso glücklicher war ich, dass wir gestern einen Ausgleich gefunden haben.
Runterkommen. Durchatmen. Wärme spüren.
Nicht von draußen - die Sonne zeigt sich nicht ehr so oft. Obwohl ich nicht frieren musste.
Aber in mir drinnen. Ein Tag - du & ich. Unendlich viel Zeit - unendlich viele Kostbarkeiten.
Denn ich merke - all diese Geschichten, unvergesslich, sie werden nicht nur Nachts geschrieben.


Vor ca. 6 Jahren - da wusste man schon wo man mich findet.
Irgendwo zusammen mit der Gang - eine Shisha - und viel zu viel Alkohol.
Wollen wir uns am Wochenende treffen? Ja, klar.. das Sparschwein wurde geplündert.
4€ ? Ok, für eine Flasche Korn wird das wohl reichen. Klare Flüssigkeit.
Wir zusammen, so oft und doch hatten wir alle uns nichts zu sagen.
Wir hatten Spaß - und was für welchen. Gelächter, rote Wangen.
& doch ich fühlte mich nie ganz da - nie ganz angekommen.
Ich wollte unvernünftig sein doch - und auch erwachsen - all diese Sachen machen.
Aber das hier? Jedes mal?


Irgendwann, da fing es an, da fürchtete ich mich - vor dem Wochenende.
Ich wusste was kommen würde. In meinem Zimmer verkriechen? Nein, so war ich nicht.
Ich brauchte sie alle so sehr - dachte ich. Ich wollte sie brauchen - wollte dazu gehören - wollte
ankommen. Doch die Reise fand kein Ende. Verbittert. Verirrt.
Ich fürchtete mich. Jedes mal wieder vor dem nächsten Morgen - dem Morgen den ich nicht
erleben würde. Ich würde nicht spüren wie die ersten Sonnenstrahlen durch mein Fenster scheinen.
Würde nicht ausgeruht in den Tag starten & auch die nervigen Vögel würde ich gewiss überhören.
Nach jedem Wochenende - jedem Sonntag Abend - fühlte ich mich leer.
Wir hatten so viel erlebt und doch fühlte ich mich so. Unspektakulär?
Wir alle wollten doch nur eins wir wollten mehr - ist mehr haben denn wirklich so wichtig?
Sind wir nur dann interessant wenn wir von langen Nächten und tiefen Schatten unter den Augen
berichten können? Oder ist es nicht doch so. dass weniger mehr ist?


Irgendwie konnte ich mich nicht so fühlen wie sie sagten. Frei, erwachsen, unabhänig.
Und viel früher als ich es zugeben wollte begriff ich, dass das alles nichts für mich war.
Ich mag es nicht - mich Stundenlang durch die Nacht zu tragen - krampfhaft - der Drang
etwas zu erleben - etwas besonderes sein. Menschen - die ich nicht mochte. Viel zu viele. Auf
viel zu kleinem Raum. Zu laut, zu bunt, zu viel. Zu viel Alkohol. Zu viel Geschrei. zu viele Pillen.
K.O.
Einmal da war ich auf einer Houseparty - eine Party die mich erschüttern sollte.
Es war nett - die Musik nicht zu laut - interessante Gespräche, bewegende Geschichten und doch
wieder viel zu viel Alkohol die Stimmung kippte. Es wurde laut, bunt und grell.
Sangria, Vodka, Berenzen und all die farbenfrohen Sachen standen auf einmal auf dem Tisch.
Ich trank mit - ich vertrage viel - wirklich. Aber irgendwas war diesmal anders.
Filmriss.
Party - vor dem Haus auf dem Bürgersteig - zusammen mit einer Freundin - auf
dem örtlichem Sportplatz zusammen mit menem Ex - Im Hausflur. seine Mama redet auf mich ein
ob denn wirklich alles ok sei.- Zusammen schleppten wir uns die Treppen rauf -
aufgewacht in seiner Boxershorts.
Ja das alles erschütterete mich - nein, ich hatte nicht zuviel getrunken - ich hatte nicht die Beherschung verloren und etwas schlimmes getan - denn er hatte eine neue Freundin.
Nein, es war schlimmer. Eine Houseparty - ich kannte jeden von ihnen.
Es war nicht zu viel Alkohol - es war eine KO. Pille.
Bis heute kann ich mich nur an diese Fetzen erinnern - das wars.
Bis heute fühle ich mich furchtbar. Ich KO. er zuviel Alkohol - er war nichteinmal auf dieser
Houseparty. & wieder merkte ich das alles war nicht ich.
Ich wollte nicht immer weiter, nicht immer höher und vor allem wollte ich nicht von solchen
Geschichten erzählen. Später einmal. Nein.


& dam kam irgendwer. Nein, nicht irgendwer. Sondern du.
Wir zeigten einander, dass es nicht immer etwas besonderes sein musste. Etwas großes.
Nein es konnte viel magischer sein als eine Nacht mit bunten Lichertn.
Du und ich zusammen - auf dem Sofa - das Lieblingsessen vom Chinesen bestellt.
Du und ich - und ein Glas Cola in der Küche.
Du und ich - Prinz Leo immer dabei - eine abendliche "kleine" Runde. Klein und plötzlich
3 Stunden später hatten wir Gott und die Welt analysiert.
Du und ich - zusammen mit Freunden einen schönen Abend im Restaurante.
Du und ich - und neue Bekannschaften - Menschen die Meinungen haben - interessante Gespräche.
Nicht höher, nicht schneller, nicht besser, und doch mehr als perfekt.
Ich gehe nicht gerne feiern - nein, ich genieße die Tage - und erhole mich Nachts.
Das bin ich. & das ist ok.
Und wieso ich das betonen muss? Weil ich mir so lange eingeredet habe, dass es nicht
ok ist - dass ich so nicht zu sein habe. Man muss sich anpassen.
Mit dem Strom schwimmen - ein falsches Wort und du bist raus.
Aber das ist ok - ich bin lieber raus - und bin dafür ich.


Die Bilder zeigen euch ein paar kleine Einblicke unseres Samstag Nachmittags :)
Zusammen mit meiner Schwiegermama und ihrem Freund waren wir auf dem Bauernmarkt
in einem anliegendem Kurort. Ich liebe liebe liebe es frisch vom Markt einzukaufen.
Und naja für schöne Handarbeit sprich Deko bin ich sowieso immer zu haben :D

ps: ich habe nicht grundsätzlich etwas dagegen in einen Club zu gehen - geschweigedenn kritisiere ich die Menschen die es wöchentlich tun - aber das hier bin ich und wieso sollte ich euch meine Meinung hierzu vorenthalten? :)

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Wie abhängig sind wir? (3)

*zzzzzz* *zzzzzzz* ahh eine Nachricht.
(...) was? OH MEIN GOTT? Dm hat wirklich schon wieder eine neue Limeted Edition?
Oh nein, und die Verpackung ist ja wohl der Wahnsinn. Bitte was?
Ein neuer Essie Nagellack ist auch schon wieder im Handel?
Ok also 8 € + 4€ für Duschgel - muss die Packung schon so 4x mal kaufen - wegen
Limeted und so.. wer weiß wie lange es die noch gibt.
Mal nachsehen - ahh ok - ich habe noch 9 Body Lotions.. aber die
neue Verpackung manno und die riecht nach rosa Regenbogen.
Ach was solls die 6€ für 2 Packungen werde ich jetzt ja wohl auch noch haben.
Also 8+4+6= 18€
Ja ok das geht ja noch :) .. Aber wenn ich dann schonmal da
bin.. hm.. Deo, Handcreme - na klar ich brauche unbedingt Handcreme.
Vielleicht noch eine andere Bodylotion, Gesichtscreme, Abschminktücher,
Lippenbalsam, Zahnbürste, Haarkur, Shampoo, Spülung, Haarspray - gut
das mit den 18€ wird dann wohl nichts. Aber was soll ich machen?
Ich brauche das - ganz echt!

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Konsum.

Sind wir eig. alle krank. alle abhänig. alle süchtig?
Mal ganz im Ernst. Wann habt ihr zuletzt in euren Schrank gesehen? 
Nicht in den mit den Klamotten - da ist ja sowieso nie was zum anziehen drin :D
Sagen wir es mal so ich meine eher diese Bad - und Beautyecke. 
Bei mir ist das ein Regal hinter einem Vorhang im Flur sowie ein 
Hängeschrank im Badezimmer.
Zurück zum Thema - wie sieht es so in eurer Beauty Ecke aus? 
Wieviel von dem was da so rumsteht braucht ihr? WIRKLICH? 
Wieviel von dem was da so rumsteht benutzt ihr - täglich?
Wieviel von dem was da so rumsteht war eigentlich zu teuer?
Wieviel von dem was da so rumsteht habt ihr noch nie benutzt?
Wieviel von dem was da so rumsteht - steht da seit mehr als 3 Monaten UNBENUTZT?


Ich besitze 13 Handcremes ( eine habe ich noch gefunden nachdem das Foto entsanden ist ) 
Und nein ich brauche die natürlich alle nicht. 
Wie war das? "Ohh Essence hat eine ganze Wintercollektion und die 
Verpackungen sind soo schön - 3 Düfte na die muss ich natürlich alle haben. 

Aber wieso denn? 
Wieso muss man so dermaßen im Überfluss leben? 
Wozu brauche ich 13 Cremes für die Hände?
Ja - richtig - ich brauche sie nicht.
Ich brauche eine !
Sagen wir 2 - eine die zuhause steht und eine die immer in der Handtasche bleibt.

& die 11 anderen habe ich nicht gekauft weil ich sie brauchte. 
Nein, ich dachte ich würde sie brauchen - einfach um glücklicher zu sein.. besser zu sein.

Besitz.. alles in unserem Leben dreht sich nur darum.. 
Wer hat was? Was könnte ich noch mehr haben? Was will ich alles haben? 
Listen über Listen.. Am Anfang des Monats ist das Gehalt bereits für den nächsten verplant.
Kann das richtig sein? Defninieren wir uns nur noch darüber?
Ist mehr wirklich immer besser? Müssen wir immer mehr haben nur um glücklich zu sein?

& wer jetzt denkt ja ok die Kleine hat einen Tick - die sammelt halt Handcremes
ah ah ah ah weit gefehlt - denn das ist erst der Anfang.


Ja, das sind allen ernstes 43 Nagellacke.. 
Von all diesen benutze ich vielleicht 5 Stück - und das ist vielleicht schon etwas hoch gegriffen.
Nein, ich brauche die restlichen nicht.
Warum aber habe ich sie mir dann gekauft? 

- zB. den Chanel Nagellack habe ich mir nicht gekauft - ich habe ihn von 
Tobias bekommen aber nur weil ich ihn unbedingt wollte. Und warum? 
Weil irgendwelche Frauen auf Instagram ihn hatten - diese Art von Frauen 
die 60.000 Follower haben. & wenn sie sie haben muss ich ihn auch haben - ganz klar!?
- viele wollte ich haben einfach weil andere sie hatten
- und wenn ich ehrlich bin ja das war der Grund - aufeinmal sammelten alle Nagellack. 
Das war dann mal cool. Und da andere dadurch Bewunderung erhielten wollte ich mithalten.

43 kleine Gläser voll mit Nagellack - sagen wir im Schnitt 5 Euro pro Lack.. 
43 x 5 =215€ 
Ich habe im Schnitt 215€ für dieses Bild ausgegeben.
War es das wert? 

NEIN!

Warum? Er steht nur rum - hübsch angeordnet in einem Regal - das wars - ich 
lackiere mir selten die Nägel - bin zu faul sie regelmäßig aufzuhübschen und 
lasse sie somit lieber gänzlich natürlich.

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Ich könnte euch jetzt noch 30 Bilder hochladen - immer mit einem anderem Thema.

Schuhe - Kleidung - DVD´s - Deko - Lebensmittel - Schminke allgemein - Krims Krams.

Doch all das bringt mir im Prinzip nichts.
Na klar - jeden Tag ein neues Kleid, immer die passenden Schuhe, meine
eigene Videothek, hier ein Döschen da ein Bildchen, ein übervoller Kühlschrank,
Schminke für 4 Jahre und 20 Personen.

Ich sage euch eins ich brauche das alles nicht - und eigentlich brauchen wir das alle nicht.
Keiner von uns - keiner von uns braucht einen Vorrat von 20 Duschgelen
zuhause und nein auch 2 weniger sind nicht besser. & solange nicht morgen
die Zombie Apokalypse ausbricht - müsst ihr auch nicht bunkern :)
Ich werde in der kommenden Zeit und generell in Zukunft lernen erstmal das
aufzubrauchen was ich habe - & nur dann etwas zu kaufen wenn ich es
wirklich brauche. Klar das tut unserer Wirtschaft nicht gut aber mir.
Meinem Portmonaise und meiner Seele.
Und ja, richtig gelesen - meiner Seele.
Denn ich definiere mich nicht weiter über Materielles.


Sonntag, 4. Oktober 2015

Theraphieform - Kunst

Gefühle. Was könnte da sein? So lange versteckt, verborgen, niemanden unter die Augen gekommen. Soll all das raus? Kann all das raus? Und wenn ja - dann sag mir wie! Wie soll ich all dem Farbe geben - wo doch alles so vermischt zu sein scheint. Wie soll ich all dem Raum geben?
Lohnt es sich alles auszusprechen? All das Leid, die Freude, die Furcht ... muss denn immer alles gesagt werden - oder ist Schweigen doch Gold?
Ein Pinsel, ein Stift - irgendetwas - um sich auszudrücken.
Papier, eine Leinwand, am Rande eines Zeitungsartikels. Ein wenig kritzeln.
Nicht alles was wunderschön ist muss ein Meisterwerk sein.
& kein Meisterwerk ist für kederman schön.
Kälte, Wärme, Akzente, nur noch ein Pinselstrich - und fehlt da nicht noch etwas Glitzer?
Klare Linien - alles durcheinander - ach was soll´s - ich mach es einfach so wie es mir gefällt.
Mein Pinsel, mein Werk, meine Farben. meine Gefühle.
Gefühle - ja die habe ich - alles aussprechen - nein das mag ich nicht.


Ehrlichkeit - ist für mich das A und O. Egal wo; Sei es im Job, der Familie oder unter Freunden.
Genauso wichtig ist mir die Ehrlichkeit zu meinen Lesern.
Wieso sollte ich euch erzählen wie sehr mir die Kunsttherapie geholfen hat?
Wenn es doch gar nicht so ist.

Ich habe schon immer ganz gerne gemalt.
Naja also zumindestens als ich klein war. Malen nach Zahlen und die schönen Kleider der Märchenprinzessinen in meinen Malbüchern. All das habe ich gerne lebendig werden lassen.
Mit dem Alter kristalisierte sich jedoch heraus, dass meine Talente woanders waren. Ich war/bin kein Künstler - zumindest nicht in diesem Bereich.

Trotzdem würde ich euch gerne etwas über meine Kunsttherapie erzählen.
Denn nur weil mir etwas nicht geholfen hat - muss es kein Quatsch sein.

Meine 1. "Kunststunde" hatte ich vor ca. 1em Jahr als ich stationär zur Rehabilitation in Bad Wildungen war. Irgendwann erzähle ich euch mal wie so eine Reha abläuft.
Jedenfalls saß ich da mit meiner Gruppe - und um ehrlich zu sein hatte ich von Anfang an keine Lust darauf zu zeichnen. Vielleicht waren diese negative Gedanken mein Fehler. & vielleicht hätte ich viel mitnehmen können - wäre ich nicht so voreingenommen gewesen.
Ich saß also da - der Therapeut kam rein und gab jedem von uns ein Mandala - ernsthaft?
Ernsthaft! Er sagte wir sollten nur Farben benutzen die uns glücklich machen würden.
Ein freudiges Bild - irgendetwas das man gerne ansehen würde.
& tada ich war genervt. Wieso mussten es denn fröhliche Farben sein?
Können nicht auch kalte Farben schön sein? Nett anzusehen? Was soll das denn - ich habe keine Lust.
Ich will auf mein Zimmer. & doch ich wollte keinen Ärger machen - also fing ich an.
Mein Bild - ich erinnere mich noch genau war ziemlich pink lastig. hihi
Nach 1,5h war die Anwendung vorbei. Zum Ende hin konnten wir nach und nach unsere Bilder mit dem Therapeuten besprechen. Irgendwie war mir ganz mulmig. Ich wollte nicht alleine mit einem Mann sein. Aber gut - Augen zu und durch.
Er fragte mich, was ich denn bei den einzelnen Farben gefühlt hätte.
Ich war völlig überfordert - ich hatte keine Ahnung was dieser Mann von mir wollte.
Was wollte er denn jetzt hören? Das ich an die Farbe des Posters in meinem Zimmer während des sexuellen Missbrauchs gedacht habe? - Nein, habe ich nicht.
Ich war überfordert - nein, ich war genervt. Ich konnte mir dieser Übung.
Mit allen folgenden Übungen der Kunsttherapie nichts anfangen.
Ich war unzufrieden. Ich wollte nichts schaffen was ich selbst nicht für schön hielt.


Ich ging 2xmal die Woche zur Kunsttherapie während meines Aufenthaltes. Also 10mal.
Ich brachte während dieser 1,5h nie ein Bild zu stande. Ich fühlte mich beobachtet und unter Druck gesetzt. Mein Therapeut erklärte mir, dass manche Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen vergessen was sie erlebt haben. Dies ist eine Art Schutz.
Sie erinnern sich nicht mehr - doch manchmal da darf man nunmal nicht alles vergessen.
Das zeichnen von Landschaften, Tieren etc. soll dabei helfen können sich an bestimmte Farben,
Eindrücke und Bilder zurück erinnern zu können. Es kann zu einer Art gutem Flashback kommen.
Bei mir war das nicht so ABER ich habe auch niemals etwas vergessen.
Vielleicht weg geschoben - doch niemals habe ich etwas vergessen was mir widerfahren ist.
Ich kann mich an alles erinnern. An alle Gesichter, alle Farben, alle Gerüche.
& so manches mal ist das wie eine Strafe.

Das Bild welches ihr hier seht ist das einzigste, dass ich behalten habe.
Es entstand in der 4. oder 5. Woche meines Aufenthaltes. & auch wenn es nicht so aussieht ich habe sehr lange daran herumgewerkelt. Nicht in der Therapiestunde NEIN. Alleine - auf der Terasse ´in der Sonne - oder auf meinem Zimmer. Ich habe mir Zeit genommen und etwas geschaffen was mir gefällt. Keine konnte dieses Bild sehen geschweigedenn werten.
Ich habe durch kein Bild das ich jeh zu Papier gebracht habe etwas ausgelöst.
Und auch wenn ich lange dachte, dass all das Schwachsinn und Zeitverschwendung sei habe ich eins verstanden. Auch wenn etwas nicht die "normale" Wirkung zeigt - kann es doch eine andere auslösen. Ich habe nie einen Flashback bekommen, mich an etwas erinnert oder ähliches. & doch - zeichnen - so für mich ganz alleine hat mich beruhigt. Es hat mir ein wenig Raum zum atmen gegeben. Ich kam zur Ruhe - & Ruhe, innere Ruhe - sei dieser Moment noch so kurz - ist so kostbar.