Mittwoch, 23. September 2015

Unerkannt - nur Text

Seit nun ca. 1em Jahr gehe ich mehr oder weniger offen mit meiner Krankheit um.
Unter ihr leiden tue ich länger - viel länger.
All diese Zeit - & kein Wort kam über meine Lippen.
Aus Angst, aus Trauer, Wut. Ich habe mich selbst nicht verstanden.
Seit nun ca. 1em Jahr gehe ich mehr oder weniger offen mit meiner Krankheit um.
Ich habe Depressionen. Anpassungsstörungen. Panikattacken.
Viele Menschen gaben mir ein positives Feedback.

"Danke, dass du mir zeigst das es ok ist"
"Ich finde es toll was du da machst"
"Dank dir habe ich mich getraut"
"Du bist stark"
"Du bist mir eine Hilfe"

Doch es gibt auch eine andere Seite.
Missverstanden. Allein gelassen. Zuviel Aufmerksamkeit. Unerkannt.
Diese andere Seite und auch diese hat zwei.

Die Einen ;
Du armes kleines Ding. Porzelanpüppchen. Zerbrechlich. Bloß kein böses Wort.
Nicht voll belastbar. überfordert. schwach.
Wie könnte so jemand es schaffen - eine wichtige Aufgabe zu bewältigen?
Wie könnte man zu so jemanden aufsehen?

Die Anderen ;
Du hast was? Bitte was? Depressionen?
Ahhh.. ja dann sieh das Leben doch mal positiv. Nicht ernstgenommen.
Ahhh.. ja dann reiß dich doch mal ein wenig zusammen.
Krieg das jetzt man an den Griff. Arbeite an dir.

Beides tut weh! & es macht keinen Unterschied!
Am Montag durfte ich einen der "Anderen" treffen. Eine Person, die es doch
eigentlich weiß. & ich war so sauer. So wütend - und ich wollte weinen.
Tränen in den Augen. Von Angesicht zu Angesicht. Empathie wo warst du?
Sieht man es denn nicht? Tränen. Kurz vorm Ausbruch. War das gar nicht sichtbar?
So wütend. Wieso macht er das? Was soll das? Ich kann doch nichts dafür.
Was soll ich denn machen. Es ist alles so schwer. Last.
So viel Last auf meinen Schultern.Kiloschwer - schwer wie Zement Säcke.&
meine Schultern sie klappen zusammen. Alles. Mein Körper. Alles zittert. Ich falle.
Nein, nicht außen. Nicht vor ihm. Nicht vor euch.
Doch hinter den Kulissen, hinter der Fassade - da breche ich. Da falle ich.
Still und leise. Verkriechen will ich mich. Weinen. allein sein.
Stehe ihm gegenüber. Kein Verständnis zu sehen.
Ich spüre, dass ich nichts mehr sagen kann. Meine Stimme zittert.
Das Spüre ich - ohne ein Wort gesagt zu haben. Ich blicke zum Boden - dort wo
ich doch eh schon liege. Und er tritt nochmal drauf.
Diese Ratschläge wie man sie nennt.
- Kopf hoch, dass ist doch alles nicht so schlimm
- Stell dich nicht so an
- Reiß dich mal zusammen
- So schlimm kann es doch nicht sein
-Lach doch mal
Aber das kann ich doch nicht. Wieso sieht das keiner?
Wieso sieht diese Welt das nicht? Wieso kann das niemand verstehen?
& ich weine. Nein, nicht vor ihm. Nicht vor anderen.
Aber in mir drin.
Nein, das sieht man nicht. Aber es brennt. Brennt in mir - im Herzen.
& obwohl ich schon dort unten liege. Stehe ich auf. Halte den Kopf gesenkt.
Will hier weg. Kann hier weg. Drehe mich um - nehme den Ärger in kauf.
Und gehe.

Erkennt man es wirklich nicht?
Sieht man nicht all das - was da in mir brodelt? kocht. überschäumt und explodiert.
Dabei gibt es doch Anzeichen! Doch kennt ihr welche?
Würdet ihr es merken? Kein Kaputter Rücken - nein, ein kaputtes Herz.

- Freunde von euch sagen Aktivitäten oder Unternehmungen oft ab - ohne ersichtlichen Grund?
- Ihr wollt etwas planen. Gemeinsam. Doch euer Gegenüber wirkt nicht ganz da?
- Das größte Hobby eures Freundes wird neuerdings vernachlässigt?
- Er kritisiert häufig das - was er doch eig am besten kann?
- Euer Freund meldet sich immer weniger von selbst?
- Er isst zwar - äußert aber häufig, dass er einfach keinen Appetit hat?

Man muss hinsehen, hinhören und achtsam sein.
Seine Fühler spitzen und nochmal besonders aufpassen. Denn das tückische ist, dass jeder von uns eine Zeit in seinem Leben hat - in der es tief runter geht. Man stolpert, hat Probleme wieder auf die Beine zu kommen, humpelt eine Weile - doch vergisst nie wie es ist zu rennen.
Depressionen sind anders. intensiver. rennen? Wie geht das? Konnte ich das denn jeh?
Werde ich das jeh wieder können? Zweifel, Wut, Verwirrt.

Nicht oberflächlich. Tiefer. Fieser. Gemeiner. Unaufhörlich. Drückend.
Es macht mich traurig, dass so wenig Menschen Depressionen ernst nehmen und es aussprechen. Was? Was aussprechen? DAS ES VERDAMMT NOCHMAL EINE KRANKHEIT IST!
Nicht mehr und nicht weniger ..


Mittwoch, 16. September 2015

Depressionen & Mobbing - wollte ich jeh tod sein?

Ganz allein sitze ich in meinem Zimmer. Mein Bett 140x200cm füllen all meine
Ängste, Verluste und Schmerzen gänzlich aus. Mein eigenes Zimmer und doch
könnte ich mich nicht unwohler fühlen. Eingedrängt von all diesen Stimmen.
Jeden Tag ein böses Wort - als wäre alles nur ein Spiel. & nichteinmal hier fühle ich mich sicher.
Hier wo ich meine Wochenenden verbringe und doch geschützt sein sollte vor all euren Worten.
Euren Taten.
Ganz allein in meinem Zimmer. Nur die Geräusche des Fernsehers von nebenan.
Eine Flasche Wodka.. auch mit 15 ist es kein Problem.
So viel Trauer, soviele Schmerzen, soviel Leid.
Die Flasche voll mit einer klaren Flüssigkeit.
& soviele Tabletten ...


ein Hallo an meine Leser. 

Was ihr gerade gelesen habt. Das sind nicht einfach nur ein paar Wörter. Nein, das bin ich.
Das war ich und mit 15Jahren - da war das mein Plan. Ein Ausweg?
Mit 15 Jahren - eine ganze Weile bevor meine Depressionen überhaupt diagnostiziert wurden
da wollte ich nicht mehr leben.
& nein, ich hatte die Tabletten nicht nur in meiner Hand..

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Tag ein Tag aus - gab es nur noch graue Wolken.
Tag ein Tag aus - gab es keinen Sonnenstrahl.
Für mich war es damals klar - für mich wird es keine Sonne mehr geben.
Denn egal wie oft ich in den Himmel sah - die Wolken wollten nicht vorbeiziehen.
& es war so schwer. So schwer mir einzugestehen was es ist.
Mit 15 habe ich angefangen alles zu realisieren.
Habe meine Augen geöffnet und es eingesehen.
Eingesehen, dass Erwachsene nicht immer das Beste für einen wollen.
Doch bevor ich all das nocheinmal ausbreite lest bitte einfach hier.

Tag ein Tag aus - immer dieselben strafenden Blicke.
Tag ein Tag aus - nur noch mehr Wörter.
Neben Depressionen, sexuellen Missbrauch und viel viel Unverständnis.
Das war mein Leben - damals.
& bei dem Gedanken, dass ich es bereits damals aussprach. Doch niemand mich hörte -
laufen wieder ein paar Tränen. Weil niemand mir glaubte. Niemand all das fühlte.
Das mich niemand hört - es vielleicht auch keiner hören wollte.
& heute sehe ich ein - das diese Menschen die mich damals umgaben es nicht hören konnten.



Depressionen allein - das ist nicht so einfach.
Keine von der Gesellschaft anerkannte Krankheit - vielleicht weil man sie nicht direkt sieht.
Bei einem gebrochenem Bein da schluchzen sie und sprechen dir ein gute Besserung aus.
Bei einem gebrochenem Herz oder gar eine Seele - dort finden sie keine Worte - einfach, weil ihr
Blick hierfür nicht reicht. Gar nicht reichen kann.
Depressionen allein - das ist nicht so einfach,
In Verbindung mit Mobbing * unertragbar!

Ich wurde gemobbt!
Früher in der Schule - ca 1 Jahr lang.
Teilweise JA - da war ich selbst Schuld.
Teilweise NEIN - da weiß ich, dass es nur die Krankheit war.

Ich habe früher viel gelogen. Mir ein Leben zusammengereimt, dass ich gerne leben würde.
Habe schlecht über andere Menschen geredet - und Geheimnisse ohne ein schlechtes
Gewissen ausgeplaudert - einfach um etwas zu haben, dass ich erzählen kann.
Einfach um interessant zu bleiben - vor allem aber um nicht nach meinen gefragt zu werden.
Heute tut mir das Leid, mehr als ich jehmals zeigen könnte
Heute weiß ich, dass das falsch war auch wenn ich nie eine böse Absicht hatte.
Heute weiß ich, dass ich Menschen mit meinen Taten verletzt habe.
Doch heute weiß ich auch, dass vielleicht 5 Taten von mir all eure nicht gerechtfertigt haben.

Ja, ich wurde gemobbt!
Ich bekam Nachrichten bei ICQ, Schülervz und per Sms. Ja, so war das als ich 15 war.
Was für ein furchtbarer Mensch ich doch sei, wie fett, hässlich usw sowieso.
"Wenn du morgen in die Schule kommst - werden wir dich schlagen"
"Lass dich hier nicht mehr blicken"
"Bitte stirb"
"Wir hassen dich"
Bla, bla, bla..

Immernoch bin ich der festen Meinung, dass es ein Unterschied ist:
- ob man heraumerzählt, dass man seinen Freund betrogen hat.
- oder man herumerzählt, dass man sexuell Missbraucht wird UND
diese Tatsache dann auch noch als Lüge hinstellt!

& als es so schien, dass alle Welt gegen mich ist. Wie eine Mauer - so unüberwindbar und stark.
Als es mit 15 kein Problem war an eine große Flasche Wodka zu kommen.
Wo ich mir seit Wochen die ein oder andere Tablette stibitze - immer und immer wieder.
Da fühlte ich, dass ich nicht mehr leben wollte.
& ich hielt die Tabletten nicht nur in meiner Hand NEIN.
Ich nahm sie - eine nach der anderen - als wären es Smarties.
Ich schluckte.
Eine nach der anderen - nach 5min wurde mir schlecht.
Meine Augen wurden schwer und mein Kopf begang zu explodieren.
Ich schwankte - nie ging es mir schlechter.
Ich stand in meinem Zimmer - angelehnt an meinen Kleiderschrank.
Rechts von mir mein Bett - ein ruhiger Ort - hinlegen und für immer träumen.
Links von mir - das Badezimmer - raus damit - sich ihnen stellen - leben.
& nach ca. 15 Minuten - als mir langsam schwarz vor Augen wurde entschied ich,
dass ich nicht mehr leben möchte.
Ging nach rechts - raus damit. Danach kannst du schlafen.
Schlafen - morgen aufwachen und sich dem Leben stellen.

Denn ich entschied, dass ich nicht mehr leben wollte.
Ich entschied, dass ich nicht mehr so leben wollte.
& so entschied ich zu leben - so wie ich es wollte.